Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Am Montag sammelte die kanadische Polizei Beweise am US-Konsulat. Foto: picture alliance / PA Images

Nach Schüssen und Vandalismus gegen zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar haben zahlreiche Menschen in Toronto ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft gezeigt. Bereits am Montagmorgen bildeten sich lange Schlangen vor einer der Filialen. Laut einem Bericht der Jewish Telegraphic Agency (JTS) kaufte die Kundschaft das gesamte Angebot an Bagels bis etwa 10.30 Uhr auf.

Die beiden Standorte der traditionsreichen Bäckerei, die seit 1979 besteht und in der jüdischen Gemeinde Torontos fest verankert ist, waren am Wochenende Ziel von Angriffen geworden. Nach Angaben der Polizei wurden in der Nacht zum Sonntag die Schaufenster einer Filiale durch Schüsse getroffen. Etwa eine Stunde zuvor war an einem anderen Standort die Frontscheibe eingeschlagen und das Geschäft beschädigt worden. Beide Läden waren zum Zeitpunkt der Taten geschlossen, verletzt wurde niemand.

Die Polizei geht davon aus, dass dieselben Täter hinter beiden Angriffen stehen könnten. Die Ermittlungen wurden von der Abteilung für Hasskriminalität übernommen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll an beiden Tatorten ein SUV-Fahrzeug gesehen worden sein.

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»Ich bin entsetzt über diese Angriffe«, schrieb Kanadas Premierminister Mark Carney auf der Plattform X. »Jüdische Kanadier sollten ohne Angst, Einschüchterung und Hass leben, arbeiten und ihren Glauben ausüben können.« Die kanadische Regierung werde entschlossen gegen Antisemitismus vorgehen.

Auch Torontos Bürgermeisterin Olivia Chow verurteilte die Vorfälle. Die Angriffe seien »abscheulich und inakzeptabel«. Sie werde »immer an der Seite der jüdischen Gemeinschaft Torontos gegen Antisemitismus stehen«, erklärte sie.

Der kanadische Dachverband Centre for Israel and Jewish Affairs (CIJA) wertete den großen Andrang vor der Bäckerei als deutliches Zeichen der Unterstützung. Die vielen Kunden hätten gezeigt, »dass es viele gute Menschen gibt, die bereit sind, gegen Hass, Einschüchterung und Gewalt aufzustehen«.

Während die Polizei nach den Tätern suchte, kam es am frühen Montagmorgen zu einem weiteren Schusswaffenangriff in Toronto. Ein Bewaffneter eröffnete das Feuer auf das US-Konsulat und löste eine Verfolgungsjagd sowie eine groß angelegte Fahndung aus. Ob zwischen diesem Angriff und den Taten gegen die Bagel-Läden ein Zusammenhang besteht, ist bislang unklar. im

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