Libanon

Zerstörung von Grenzdörfern soll Bedrohung durch Terror beenden

Israels Verteidigungsminister Israel Katz Foto: copyright (c) Flash90 2024

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat die Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern im Süden des Libanon angekündigt. Damit wolle man die Bedrohung für die Einwohner des israelischen Grenzgebiets durch die libanesische Hisbollah »ein für alle Mal beseitigen«, sagte Katz nach Angaben seines Büros. Als Vorbild dienten dabei die Ortschaften Rafah und Beit Hanun im Gazastreifen, sagte er. Diese waren im von der Hamas begonnenen Gaza-Krieg praktisch vollständig zerstört worden. 

Viele Ortschaften im Süden des Libanon gelten als Hochburgen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah. Seit Oktober 2023 hatte die Terrororganisation Israel unprovoziert mit Raketen attackiert. Gegen eine 2025 vereinbarte Waffenruhe verstieß die Hisbollah immer wieder. Unlängst griff sie auf der Seite des Terrorsponsors Iran in den aktuellen Krieg ein.

Ein Armeesprecher sagte, binnen eines Monats habe es bis zu 5000 Angriffe der Hisbollah mit Raketen, Mörsergranaten und Drohnen auf Israels Norden gegeben. 

Sicherheit und Wohlergehen

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, es gebe bereits jetzt massive Schäden in zahlreichen Grenzdörfern. In Gegenden wie Aita al-Schaab, Chiam oder Kfar Kila seien ganze Wohnviertel zerstört worden.

Lesen Sie auch

Katz sagte den Angaben zufolge, die Rückkehr von mehr als 600.000 Bewohnern des Libanon südlich des Litani-Flusses, die in Richtung Norden geflohen seien, werde vollständig untersagt, »solange nicht die Sicherheit und das Wohlergehen der Bewohner des Nordens gewährleistet sind«. Laut Waffenstillstandsvereinbarung hätte sich die Hisbollah in das Gebiet nördlich des Flusses zurückziehen müssen, was jedoch nicht geschah.

Die israelische Armee war nach den jüngsten Raketenangriffen der Hisbollah von der Grenze aus auf libanesisches Gebiet vorgedrungen. Es kommt immer wieder zu Kämpfen. Nach Angaben eines Militärsprechers halten sich die Truppen weiterhin vor allem in libanesischen Grenzgebieten auf, nur vereinzelt komme es für Razzien oder gezielte Einsätze zu tieferen Vorstößen. 

Unterbrechung von Verbindungswegen

Katz hatte zuletzt gesagt, Israel wolle bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. Im Libanon fürchtet man eine dauerhafte Besatzung des Gebiets. 

Libanesische Sicherheitskreise berichteten zudem, dass die israelische Armee auch ihre Angriffe in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes verstärkt habe. Ziel ist es laut Israels Armee, auch dort Verbindungswege der Hisbollah in Richtung Süden zu unterbrechen. ja/dpa

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Wehrdienst oder Gefängnis: Armee stellt Chabad-Studenten vor die Wahl

Am Ben-Gurion-Flughafen wurden Dutzende Männer aus der Chabad-Lubawitsch-Bewegung festgenommen, als sie aus New York zurückkehrten

 20.10.2026

Tel Aviv

Gloria Gaynor tritt in Israel auf

Nur wenige ausländische Musiker kommen derzeit nach Israel. Die »Queen of Disco« ist eine von ihnen. Was für ein Verhältnis hat sie zum jüdischen Staat?

 20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Knessetwahl

Gantz zieht die Reißleine

Nach dem Absturz seiner Partei verzichtet der Ex-Generalstabschef auf eine Kandidatur – und wirbt erneut für eine große Einheitsregierung.

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Israels Armee verhängt Urlaubsstopp vor der Wahl

Die Hintergründe

 20.10.2026