Umfrage

Vertrauen in Trumps Unterstützung für Israels Sicherheit nimmt deutlich ab

Bei einer Demonstration stellt ein Teilnehmer Benjamin Netanjahu als Donald Trumps Marionette dar. Foto: picture alliance / Anadolu

Immer weniger Israelis sind überzeugt, dass die Sicherheit ihres Landes für US-Präsident Donald Trump oberste Priorität hat. Das geht aus einer neuen Erhebung des Israel Democracy Institute hervor, die vor den jüngsten iranischen Raketenangriffen auf Israel durchgeführt wurde. Die Publikation »The Times of Israel« berichtete.

Demnach betrachten nur noch 44 Prozent der Befragten die Sicherheit Israels als zentrales Anliegen Trumps. Im März, als die USA und Israel noch gemeinsam gegen den Iran vorgingen, lag dieser Wert bei 60 Prozent. Unter jüdischen Israelis fiel die Zustimmung sogar von 64 auf 41 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Befragungen nach Trumps Wahlsieg Ende 2024.

Der Grund für den Vertrauensverlust könnte in den laufenden Gesprächen zwischen Washington und Teheran liegen. Die USA verhandeln über ein dauerhaftes Ende des seit Februar andauernden Krieges, während Israel Berichten zufolge weitgehend von den Gesprächen ausgeschlossen ist.

Diplomatische Lösung

Lediglich 29 Prozent der jüdischen Befragten erklärten, ein Ende des Krieges unter den derzeitigen Bedingungen entspreche in hohem Maße den Sicherheitsinteressen Israels. Fast zwei Drittel sahen dies dagegen nur in geringem Maße oder überhaupt nicht so.

Bei den arabischen Israelis ergab sich ein anderes Bild. Dort waren rund 60 Prozent der Ansicht, dass eine diplomatische Lösung mit dem Iran den Sicherheitsinteressen Israels dienen würde.

Auch hinsichtlich eines möglichen amerikanisch-iranischen Abkommens überwiegt Zurückhaltung. Zwar erwarten 56 Prozent der Befragten, dass ein Vertrag die weitere Entwicklung iranischer Atomwaffen verhindern könnte. Deutlich geringer ist jedoch das Vertrauen in andere mögliche Auswirkungen.

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Erwartungen an Militärkampagne

Nur etwa ein Drittel glaubt, dass ein Abkommen die Bedrohung durch Irans ballistische Raketen beseitigen würde. Noch weniger Befragte gehen davon aus, dass dadurch die Führung in Teheran auf diplomatischem Wege geschwächt werden könnte.

Im Vergleich dazu waren die Erwartungen an die gemeinsame Militärkampagne der USA und Israels im Frühjahr deutlich höher. Damals rechnete eine klare Mehrheit damit, dass militärischer Druck sowohl das iranische Atomprogramm als auch die Raketenkapazitäten nachhaltig ausschalten könnte.

Die Umfrage erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Differenzen zwischen Washington und Jerusalem immer deutlicher sichtbar werden. Auslöser waren die iranischen Raketenangriffe auf Nordisrael am Sonntag.

Gestoppter Angriff

Nach Medienberichten drängte Trump Ministerpräsident Benjamin Netanjahu anschließend, auf umfangreiche Vergeltungsschläge zu verzichten, um die laufenden Verhandlungen mit dem Iran nicht zu gefährden. »Axios« zufolge warnte der US-Präsident den israelischen Regierungschef sogar davor, dass Israel im Falle einer weiteren Eskalation isoliert dastehen könnte.

Trump soll am Montag zudem erfolgreich darauf hingewirkt haben, einen bereits vorbereiteten größeren israelischen Angriff auf den Iran zu stoppen. Netanjahu betonte zwar öffentlich, zwischen Israel und den USA gebe es keine Meinungsverschiedenheiten in der Iran-Frage. Seine jüngsten Äußerungen wurden jedoch von Beobachtern als Signal verstanden, dass Israel sich das Recht vorbehält, unabhängig über militärische Maßnahmen zu entscheiden.

Für die Erhebung wurden zwischen dem 31. Mai und dem 5. Juni insgesamt 753 israelische Bürger befragt, darunter 603 Juden und 150 Araber. Die statistische Fehlertoleranz lag bei 3,57 Prozent. im

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