Jerusalem

Umfrage: Eisenkots Partei bleibt vor Likud

»Yashar!«-Chef Gadi Eisenkot bei einer Konferenz in Haifa am 9. Juli Foto: copyright (c) Flash90 2026

Wären heute Parlamentswahlen in Israel, würde die neue Partei »Yashar!« des früheren Generalstabschefs Gadi Eisenkot erneut stärkste Kraft werden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Senders N12 hervor. Allerdings liegen »Yashar!« und die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nah beieinander.

Der Erhebung zufolge käme »Yashar!« auf 23 Mandate, während der Likud 22 Sitze erreichen würde. Beide Parteien würden damit jeweils einen Sitz im Vergleich zur Vorwoche verlieren. Die von Ex-Ministerpräsident Naftali Bennett angeführte Liste Together läge bei 14 Mandaten, die Demokraten unter Jair Golan bei zehn. Avigdor Liebermans Partei Israel Beitenu würde unverändert neun Sitze erhalten.

Die Koalitionsparteien Schas, Vereinigtes Tora-Judentum und Otzma Jehudit kämen jeweils auf acht Mandate. Die arabischen Parteien Hadash-Ta’al und Ra’am würden jeweils fünf Sitze erreichen. Die Partei Religiöser Zionismus von Bezalel Smotrich läge bei vier Mandaten.

Mehrheit für Oppositionsparteien

Keine Chance auf den Einzug in die Knesset hätten laut der Umfrage derzeit Benny Gantz’ Partei Blau-Weiß sowie Balad unter Sami Abu Shehadeh. Beide blieben unter der Sperrklausel von 3,25 Prozent. Erstmals würde dagegen die neu gegründete Liste Bayit Tzioni – HaMiluimnikim (»Zionistisches Heim der Reservisten«) von Chili Tropper und Joaz Hendel den Einzug ins Parlament schaffen und auf vier Mandate kommen.

Dadurch ergäbe sich im Parlament eine deutliche Mehrheit für die Oppositionsparteien. Sie kämen gemeinsam auf 70 der 120 Knesset-Sitze, während das derzeitige Regierungslager nur noch 50 Mandate erreichen würde. Zugleich wäre dies laut N12 das erste Mal, dass die nichtarabischen Oppositionsparteien allein auf 60 Sitze kämen.

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Sollten die arabischen Parteien Hadash-Ta’al und Balad gemeinsam antreten, würde der Likud nach den Berechnungen der Umfrage einen weiteren Sitz verlieren und nur noch auf 21 Mandate kommen.

Bei Zustimmung gleichauf

Bei der Frage nach der Eignung für das Amt des Ministerpräsidenten liegt Eisenkot inzwischen gleichauf mit Netanjahu. Beide kommen auf jeweils 38 Prozent Zustimmung. Im direkten Vergleich mit Bennett schneidet Netanjahu besser ab: 40 Prozent halten ihn für den geeigneteren Regierungschef, Bennett erreicht 34 Prozent. Auch gegenüber Lieberman liegt Netanjahu mit 39 zu 25 Prozent vorn.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die meisten Israelis ihre Wahlentscheidung bereits getroffen haben. Nur rund zehn Prozent der Befragten bezeichneten sich noch als unentschlossen.

Unter den Wählern, die ihre Parteipräferenz seit der vergangenen Wahl geändert haben, nannten fast 30 Prozent die Terrorangriffe der Hamas vom 7. Oktober 2023 als ausschlaggebenden Grund für ihren Kurswechsel. Insgesamt erklärten 32 Prozent der Befragten, die Sicherheitslage und die Führung des Krieges seien das wichtigste Kriterium für ihre Wahlentscheidung. Dahinter folgen die gesellschaftliche Polarisierung zwischen den politischen Lagern, Fragen der inneren Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung sowie die jeweilige Spitzenkandidatur der Parteien. im

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