Um den Wiederaufbau des Bildungswesens in den Gemeinden nahe des Gazastreifens voranzutreiben, stellt die israelische Regierung neue finanzielle Anreize für Pädagogen und Schulpsychologen bereit. Wer in die Region wechselt und dort eine Tätigkeit aufnimmt, kann künftig Zuschüsse von bis zu 72.000 Schekel (rund 21.000 Euro) erhalten.
Das Programm wurde gemeinsam vom Finanzministerium, dem Bildungsministerium und der für den Wiederaufbau zuständigen Tekuma-Behörde vorgestellt. Ziel ist es, qualifizierte Fachkräfte für Schulen und Kindergärten in den vom Krieg besonders betroffenen Ortschaften zu gewinnen.
Gesucht werden unter anderem Lehrkräfte für Englisch, Informatik, Physik, Biologie, Chemie und Technik. Darüber hinaus richtet sich das Programm an Erzieher, Bildungsberater, Schulpsychologen und andere therapeutische Fachkräfte. In begründeten Ausnahmefällen können auch weitere Fachrichtungen berücksichtigt werden, wenn in der Region besonderer Bedarf besteht.
Aufbau einer Bildungsgemeinschaft
Die höchsten Zuschüsse sollen Bewerber erhalten, die aus mindestens 30 Kilometern Entfernung in die Gegend ziehen. Die Höhe der Förderung hängt zudem von der Dauer der beruflichen Verpflichtung vor Ort ab.
Das Förderprogramm ist zunächst bis zum Schuljahr 2028 angelegt. Insgesamt stehen dafür 54 Millionen Schekel (16 Millionen Euro) zur Verfügung. Mehr als die Hälfte der Summe stammt aus dem Haushalt der Tekuma-Behörde, die den Wiederaufbau der Grenzregion koordiniert.
Bildungsminister Joav Kisch erklärte, die Initiative solle die Schulen langfristig stärken. Zugleich betonte er, der Wiederaufbau von Bildungseinrichtungen gehe weit über die Errichtung von Gebäuden hinaus. »Ein neues Klassenzimmer kann innerhalb weniger Monate gebaut werden«, sagte Kisch. »Der Aufbau einer Bildungsgemeinschaft dauert Jahre.«
Aus Sicht des Finanzministeriums soll die Förderung zusätzlich neue Bildungsinitiativen ermöglichen. Der stellvertretende Leiter der Abteilung für Lohn- und Tariffragen, Ohad Elkabetz, bezeichnete das Programm als Instrument zur Stärkung des Humankapitals. Es solle »sinnvolle Bildungsarbeit dort unterstützen, wo sie besonders gebraucht wird.«