Israel

Regierung lockt Lehrer mit hohen Prämien in Grenzregion zum Gazastreifen

Bildungsminister Yoav Kisch Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Um den Wiederaufbau des Bildungswesens in den Gemeinden nahe des Gazastreifens voranzutreiben, stellt die israelische Regierung neue finanzielle Anreize für Pädagogen und Schulpsychologen bereit. Wer in die Region wechselt und dort eine Tätigkeit aufnimmt, kann künftig Zuschüsse von bis zu 72.000 Schekel (rund 21.000 Euro) erhalten.

Das Programm wurde gemeinsam vom Finanzministerium, dem Bildungsministerium und der für den Wiederaufbau zuständigen Tekuma-Behörde vorgestellt. Ziel ist es, qualifizierte Fachkräfte für Schulen und Kindergärten in den vom Krieg besonders betroffenen Ortschaften zu gewinnen.

Gesucht werden unter anderem Lehrkräfte für Englisch, Informatik, Physik, Biologie, Chemie und Technik. Darüber hinaus richtet sich das Programm an Erzieher, Bildungsberater, Schulpsychologen und andere therapeutische Fachkräfte. In begründeten Ausnahmefällen können auch weitere Fachrichtungen berücksichtigt werden, wenn in der Region besonderer Bedarf besteht.

Aufbau einer Bildungsgemeinschaft

Die höchsten Zuschüsse sollen Bewerber erhalten, die aus mindestens 30 Kilometern Entfernung in die Gegend ziehen. Die Höhe der Förderung hängt zudem von der Dauer der beruflichen Verpflichtung vor Ort ab.

Lesen Sie auch

Das Förderprogramm ist zunächst bis zum Schuljahr 2028 angelegt. Insgesamt stehen dafür 54 Millionen Schekel (16 Millionen Euro) zur Verfügung. Mehr als die Hälfte der Summe stammt aus dem Haushalt der Tekuma-Behörde, die den Wiederaufbau der Grenzregion koordiniert.

Bildungsminister Joav Kisch erklärte, die Initiative solle die Schulen langfristig stärken. Zugleich betonte er, der Wiederaufbau von Bildungseinrichtungen gehe weit über die Errichtung von Gebäuden hinaus. »Ein neues Klassenzimmer kann innerhalb weniger Monate gebaut werden«, sagte Kisch. »Der Aufbau einer Bildungsgemeinschaft dauert Jahre.«

Aus Sicht des Finanzministeriums soll die Förderung zusätzlich neue Bildungsinitiativen ermöglichen. Der stellvertretende Leiter der Abteilung für Lohn- und Tariffragen, Ohad Elkabetz, bezeichnete das Programm als Instrument zur Stärkung des Humankapitals. Es solle »sinnvolle Bildungsarbeit dort unterstützen, wo sie besonders gebraucht wird.«

Brüssel

900 Millionen Euro Herzenswärme

Knapp eine Milliarde Euro soll für den Wiederaufbau in den Gazastreifen gehen. Dass die Mittel am Ende tatsächlich nur in die zivile Infrastruktur fließen, ist zweifelhaft

von Michael Thaidigsmann  13.07.2026

Essay

Wann endet ein Flüchtlingsstatus?

Der Flüchtlingsstatus ist kein Dauerzustand. Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  13.07.2026

Paris

Isolation Israels ist »historisches moralisches Versagen«

»Es ist ein dunkler Moment für Juden auf der ganzen Welt«, sagt der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy. »Wir müssen stolz, stark und weise sein.«

 13.07.2026

Brüssel

Bundesregierung bremst in EU-Debatte um Israel-Sanktionen

Produkte aus israelischen Siedlungen beschränken? Etliche EU-Staaten sind dafür. In Brüssel bahnt sich allerdings ein juristischer Streit an

 13.07.2026

Jerusalem

Netanjahu: Siedlergewalt geht von »150 jugendlichen Straftätern« aus

Der Ministerpräsident verurteilt Selbstjustiz im Westjordanland, betont aber auch, dass »99 Prozent« der Siedler gesetzestreue Bürger seien

 13.07.2026

Jerusalem

Knesset-Ausschuss billigt Gesetz zur Aussetzung von Einberufung für Haredim

Nach dem Gesetzentwurf würden zehntausende Haredim, die bereits als Wehrdienstverweigerer gelten, bis mindestens Ende November vor einer Festnahme geschützt

 13.07.2026

Gaza

Enthülltes Sinwar-Dokument: Hamas-Chef hielt israelischen Atomschlag für möglich

Der damalige Hamas-Anführer Yahya Sinwar rechnete bereits mehr als ein Jahr vor dem Terrorüberfall vom 7. Oktober 2023 mit einer extremen militärischen Reaktion Israels

 13.07.2026

Brüssel

EU: Außenminister beraten über mögliche Israel-Sanktionen

Bei ihrem letzten regulären Treffen vor der Sommerpause beraten die Außenminister der EU-Staaten über Strafmaßnahmen wegen Israels Siedlungspolitik. Zudem geht es auch um Russland und den Iran

 12.07.2026

Jerusalem

Wahl in Israel am 27. Oktober erwartet

Der Termin für die Wahl der Knesset steht Berichten zufolge fest

 12.07.2026