Tel Aviv

Millionen Kinder und Jugendliche starten ins neue Schuljahr – Lehrermangel belastet Israels Bildungssystem

Israelische Schulkinder Foto: copyright (c) Flash90 2026

Tel Aviv

Millionen Kinder und Jugendliche starten ins neue Schuljahr – Lehrermangel belastet Israels Bildungssystem

Viele Schüler im Süden kehren erstmals seit dem Angriff vom 7. Oktober 2023 wieder in Schulen ihrer Heimatorte zurück

 01.09.2026 12:20 Uhr

Für rund 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche hat in Israel das neue Schuljahr begonnen. In etwa 28.000 Schulen und Kindergärten werden heute landesweit die Türen geöffnet, darunter für rund 180.000 Erstklässler.

Bildungsminister Yoav Kisch verband den Schulstart mit dem Anspruch, Kindern und Jugendlichen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch ihre Verbundenheit mit Israel zu stärken. »Wir beginnen das Schuljahr mit einem großen Verantwortungsgefühl und einer klaren Richtung: Wir wollen das Zugehörigkeitsgefühl und die Widerstandskraft der israelischen Schüler stärken, ihre Identität, Werte und ihr Erbe vertiefen und ihnen gleichzeitig das Wissen und die Werkzeuge vermitteln, die sie brauchen, um in einer sich schnell verändernden Welt zu führen und erfolgreich zu sein«, erklärte Kisch.

Der Start fällt allerdings in eine Zeit erheblicher Probleme im israelischen Bildungswesen. Eine aktuelle Untersuchung bescheinigt israelischen Lehrkräften deutlich schlechtere Leistungen als ihren Kollegen in anderen OECD-Staaten – und zwar bei Leseverständnis, Mathematik und dem Lösen von Problemen auf sämtlichen untersuchten Ebenen des Bildungssystems.

Öffentliche Wahrnehmung

Besonders gravierend ist der Personalmangel. Nach einer Einschätzung des Zentralen Statistikamtes fehlen an Israels Schulen etwa 31.000 qualifizierte Lehrer für die Fächer, die sie derzeit unterrichten sollen. Das Bildungsministerium kommt dagegen zu einer wesentlich niedrigeren Einschätzung und spricht lediglich von einigen Hundert fehlenden Pädagogen.

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Auch die öffentliche Wahrnehmung des Schulsystems ist schlecht. In einer jüngst von Kanal 12 veröffentlichten Umfrage bewerteten 68 Prozent der Befragten das Bildungssystem als »schlecht«. Nur 25 Prozent waren der Ansicht, dass es gut funktioniere.

Eine Neuerung gibt es in diesem Schuljahr für Neuntklässler: Erstmals wird »Finanzbildung« Bestandteil des Unterrichts. Die Jugendlichen sollen dabei unter anderem lernen, wie sie mit Geld umgehen, ein Budget aufstellen, Konsumentscheidungen treffen und Investitionen einschätzen können.

Schule in der Heimat

Für zahlreiche Schüler im Süden des Landes ist der Schulbeginn zugleich ein besonderer Moment. In den vom Hamas-Massaker des 7. Oktober 2023 schwer getroffenen Gemeinden kehren viele Kinder erstmals seit dem Angriff wieder in Schulen ihrer Heimatorte zurück. Während des Wiederaufbaus waren sie vorübergehend an anderen Orten in Israel untergebracht worden.

Auch in Jerusalem sorgt der Schulstart für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. In Kiryat Yovel öffnet eine neue säkulare Schule, die nach Protesten ultraorthodoxer Extremisten von der Polizei geschützt werden soll. Gegner der Einrichtung hatten am Vorabend vor dem Gebäude demonstriert und dabei Sachbeschädigungen verursacht. im

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