Jerusalem

Katz: IDF bleibt im Südlibanon – auch bei möglichem Druck aus Washington

Verteidigungsminister Israel Katz Foto: copyright (c) Flash90 2026

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat einen Abzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon ausgeschlossen. Selbst eine entsprechende Forderung der USA würde daran nichts ändern, erklärte Katz am Mittwoch laut »Times of Israel«. Gleichzeitig betonte er, dass eine solche Aufforderung aus Washington derzeit nicht vorliege.

»Die IDF sind vorbereitet … und wir ziehen uns nicht zurück«, sagte Katz bei einer Veranstaltung für Kommunalpolitiker in Tel Aviv. »Wir haben angekündigt, dass wir auf jeden Fall nicht abziehen werden.«

Israel hält derzeit eine Sicherheitszone entlang der gesamten gemeinsamen Grenze zum Libanon. Das Gebiet reicht nach israelischen Angaben teilweise bis zu zehn Kilometer tief in libanesisches Territorium hinein und erstreckt sich in einigen Bereichen über den Litani-Fluss hinaus bis in die Nähe von Nabatieh.

Angriffe und Sprengfallen

Katz begründete die Haltung der Regierung mit früheren Erfahrungen in Sicherheitszonen. »200.000 [libanesische] Bewohner werden nicht zurückkehren [in ihre evakuierten Häuser]. Denn was in der Vergangenheit in Sicherheitszonen mit einer zivilen Bevölkerung geschehen ist, waren Sprengfallen am Straßenrand und Angriffe gegen Soldaten. Deshalb werden wir das nicht zulassen«, sagte der Minister.

Die Lage im Libanon ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Ein zuletzt vereinbartes Memorandum, das die Kämpfe zwischen Washington und Teheran beendet hatte, sah auch eine Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation Hisbollah vor. Israel argumentiert jedoch, dass seine Truppen so lange in dem Gebiet bleiben müssen, bis die Bedrohung durch die vom Iran unterstützte Organisation beseitigt sei.

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Der Iran hat wiederholt eine Verbindung zwischen einer Waffenruhe im Libanon und seinen Vereinbarungen mit den USA hergestellt. »Für uns ist ein Waffenstillstand im Libanon genauso wichtig wie ein Waffenstillstand im Iran, und darüber hinaus ist ein Ende des Krieges im Libanon genauso wichtig wie ein Ende des Krieges im Iran«, sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bei einem Treffen in Baku.

Luftwaffe und Bodentruppen

Parallel zu den politischen Gesprächen kam es im Südlibanon erneut zu Kämpfen. Nach Angaben der israelischen Armee wurden zwei bewaffnete Hisbollah-Mitglieder angegriffen, nachdem sie sich IDF-Soldaten genähert hatten.

Die beiden Männer seien von Einheiten der Aufklärungstruppe der Givati-Brigade im Gebiet des Ali-Taher-Höhenzugs nahe Nabatieh entdeckt worden, teilte die IDF mit. Sie hätten eine Gefahr für die in der Sicherheitszone eingesetzten Soldaten dargestellt. Die israelische Luftwaffe und Bodentruppen hätten daraufhin zugeschlagen, »um die Bedrohung zu beseitigen«.

Der arabische Sprecher der IDF, Oberst Avichay Adraee, veröffentlichte Bilder der beiden Männer sowie ihrer Waffen.

Neue Runde direkter Gespräche

Auch libanesische Medien berichteten über weitere Tote nach einem israelischen Angriff. Die staatliche Nachrichtenagentur meldete, zwei Menschen seien getötet worden, nachdem eine israelische Drohne ein Fahrzeug in der Nähe des Ortes Kfar Rumman getroffen habe. Die IDF äußerte sich zunächst nicht offiziell zu diesem Vorfall. Ein israelischer Militärvertreter bestätigte jedoch, dass ein Angriff auf Hisbollah-Mitglieder in dem Gebiet durchgeführt worden sei.

Die Gefechte ereigneten sich kurz nach einer neuen Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon in Washington. Vertreter beider Länder trafen sich am Dienstag zu direkten Verhandlungen unter Vermittlung des US-Außenministeriums. Die fünfte Runde dieser Gespräche endete nach mehr als acht Stunden, ohne dass eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht wurde.

Eine mit den Gesprächen vertraute Quelle erklärte dem »Times of Israel«-Bericht zufolge, eine Stellungnahme werde eher zum Abschluss der Verhandlungen im Laufe des Donnerstags erwartet. Die Gespräche umfassen sowohl politische als auch sicherheitspolitische Fragen. Während der Termin am Mittwoch im Pentagon vor allem Sicherheitsfragen gewidmet war, soll heute wieder eine politische Sitzung im Außenministerium folgen. im

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