Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

Ein IDF-Soldat im Terror-Tunnel der Hisbollah Foto: Israelische Streitkräfte (IDF)

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben im Südlibanon einen großen unterirdischen Komplex der Hisbollah entdeckt. Der Tunnel in der Nähe des Ortes Majdal Zoun, etwa zehn Kilometer von der israelischen Grenze entfernt, soll über mehrere Abschussvorrichtungen für Raketen verfügt haben, die nach Angaben der IDF wiederholt für Angriffe auf Israel genutzt wurden.

Soldaten der 551. Brigade der 91. Division hätten die Anlage unter Kontrolle gebracht, teilte die israelische Armee mit. Der rund 200 Meter lange und bis zu 25 Meter tief gelegene Tunnel verfügte demnach über vier Schächte für den Raketenabschuss. Diese seien durch Luftangriffe nur schwer oder gar nicht vollständig zu zerstören gewesen. Durch den Zugriff am Boden könnten sie nun gezielt unschädlich gemacht werden.

Nach Angaben der IDF wurden bei dem Einsatz 20 Mitglieder der Hisbollah getötet, darunter zehn Angehörige der Eliteeinheit Radwan. Zudem seien rund 50 Einrichtungen und Ausrüstungsgegenstände der Terrororganisation entdeckt, beschlagnahmt oder zerstört worden. Dazu gehörten nach Angaben des Militärs unter anderem Drohnen, Panzerabwehrraketen und Beobachtungsposten.

Instabile Waffenruhe

Die israelische Armee veröffentlichte Aufnahmen aus dem Inneren der Anlage. Darauf sind unter anderem große Raketen sowie weiteres militärisches Material zu sehen. Ein Video der Spezialeinheit Yahalom des israelischen Kampfingenieurkorps zeigte nach IDF-Angaben zwölf verschiedene Räume und Bereiche innerhalb des Tunnels, die für unterschiedliche operative Zwecke genutzt worden seien.

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Die Armee erklärte, die Kontrolle über die Infrastruktur bei Majdal Zoun sei Teil der Bemühungen, die militärischen Fähigkeiten der Hisbollah im Grenzgebiet einzuschränken. Nach Angaben der IDF wurden in den vergangenen Monaten auch weitere Bereiche mit Tunneln und militärischer Infrastruktur, darunter das Gebiet um den Ali-Taher-Hügel und die Burg Beaufort, ins Visier genommen.

Parallel zu dem Einsatz besuchte Generalstabschef Eyal Zamir israelische Soldaten im Südlibanon. Er bezeichnete die aktuelle Waffenruhe als instabil und forderte die Truppen auf, jederzeit auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe vorbereitet zu sein.

Zentrale Lehre

»Die angekündigte Waffenruhe ist brüchig, und wir müssen mit höchster Bereitschaft darauf vorbereitet sein, unsere militärischen Aktionen wieder aufzunehmen und Bedrohungen abzuwehren – einschließlich eines schnellen Übergangs zum Angriff, falls dies erforderlich wird«, sagte Zamir. »Alle Ressourcen der IDF sind darauf ausgerichtet«, fügte der Generalstabschef hinzu.

Als eine zentrale Lehre aus dem Massaker vom 7. Oktober nannte Zamir, Israel werde seinen Gegnern nicht erneut erlauben, entlang der Grenze militärische Strukturen für einen Angriff aufzubauen. Die Hisbollah müsse deshalb daran gehindert werden, ihre Fähigkeiten unmittelbar an der Grenze weiter auszubauen.

Zamir lobte zudem die 401. Panzerbrigade, die zuletzt mehrere ranghohe Kommandeure verloren habe. Die Einheit habe dennoch ihre ständige Einsatzbereitschaft bewahrt. im

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