Thailand

Israelische Mutter und Tochter nach Angriff im Krankenhaus

Die Insel Koh Phangan Foto: picture alliance / Amazing Aerial Agency

Eine Reise nach Thailand endete für eine 62-jährige Israelin und ihre 23-jährige Tochter in einem Albtraum. Die beiden Frauen wurden laut einem Bericht von »Ynet« auf der Insel Koh Phangan von einem Mann brutal attackiert, der zuvor Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisiert hatte. Beide mussten operiert werden.

Der Vorfall ereignete sich am Dienstag in der Nähe eines Wasserfalls. Die Mutter war für einen zweiwöchigen Besuch nach Thailand geflogen, um ihre dort reisende Tochter zu treffen. Gemeinsam fuhren sie mit dem Motorrad zu einem Wasserfall auf Koh Phangan, parkten und legten die letzten rund 100 Meter zu Fuß zurück.

Dabei kreuzte ein Mann ihren Weg, der laut der Mutter ebenfalls mit einem Motorrad unterwegs war und zunächst freundlich wirkte. Er habe die Tochter gefragt, woher sie kämen, berichtete die Mutter gegenüber »Ynet« von ihrem Krankenhausbett aus. Als die Tochter Israel als Herkunftsland nannte, habe der Mann das Thema auf den Krieg in Gaza gelenkt.

Am Kopf getroffen

»Er sagte: ›Ich mag nicht, was Israel dort tut‹, und ich sagte ihm, wir seien im Urlaub und wollten nicht über das Thema sprechen«, schilderte die Mutter den Wortwechsel. Der Mann habe daraufhin erklärt, gegen Gewalt zu sein, wonach das Gespräch zunächst beendet gewesen sei.

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Kurz darauf habe der Mann die beiden Frauen gerufen, sei erneut zu ihnen gekommen und habe sie attackiert. »Er begann, mich brutal zu schlagen«, so die Mutter. »Meine Tochter versuchte, mich zu schützen, und wurde ebenfalls geschlagen. Wir haben uns beide gewehrt. Ich wurde am Kopf getroffen und bin irgendwann offenbar ohnmächtig geworden.«

Während der Angreifer weiter auf die Mutter einschlug, lief die Tochter zur Straße, um Hilfe zu holen. Dort habe sie zwei französische Frauen auf sich aufmerksam machen können, woraufhin der Täter, als er die Anwesenheit weiterer Personen bemerkte, mit seinem Motorrad floh. Passanten alarmierten Polizei und Rettungskräfte.

Gehirnblutung und Nasenoperation

Beide Frauen wurden zunächst in einer Klinik auf Koh Phangan behandelt. Da eine Computertomografie bei der Mutter eine Blutung im Kopf zeigte, wurden beide per Boot in ein Krankenhaus auf Koh Samui verlegt, wo Operationen nötig wurden. Die Tochter wurde an der Nase operiert, die Mutter am Ohr. Eine weitere Operation bei ihr gilt als wahrscheinlich.

Nach 24 Stunden auf der Intensivstation habe sich der Zustand beider Frauen mittlerweile stabilisiert, sagte die Mutter. Sie könnten inzwischen wieder essen, trinken und die Augen öffnen.

Der Verdächtige, der einen französischen Pass besitzt, wurde nach Angaben der Mutter zufällig gefasst: Er soll nach dem Angriff in eine andere Stadt weitergezogen sein, dort randaliert und Polizisten attackiert haben. Erst als die Tochter der Polizei den Namen des Mannes nennen konnte, sei der Zusammenhang zu dem Übergriff auf die beiden Frauen erkannt worden.

Besonders freundlich

Die Mutter zeigte sich erleichtert über die Ermittlungsarbeit der thailändischen Polizei. Zugleich äußerte sie sich erschüttert darüber, dass sich der Angriff ausgerechnet in Thailand ereignet habe – einem Land, das sie bislang als besonders freundlich gegenüber Israelis wahrgenommen habe. Für gewöhnlich verschweige sie im Ausland, dass sie aus Israel stamme, in Thailand habe sie sich davon jedoch nie bedroht gefühlt.

Der Angreifer habe mit französischem Akzent gesprochen, berichtete die Frau weiter. Die Erfahrung werde sie und ihre Tochter vermutlich lange begleiten. Künftig wolle sie im Ausland noch vorsichtiger sein, sagte die Mutter dem Bericht zufolge: »Wir werden lernen, nicht zu sagen, dass wir aus Israel sind, weil man nie wissen kann, wie jemand reagiert.« im

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