UNO

Kein Rückzug aus Siedlungen

UNO-Botschafter Danny Danon Foto: picture alliance / Pacific Press

Israels UN-Botschafter Danny Danon hat bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats bekräftigt, dass Israel nicht an einen Rückzug aus den Siedlungen im Westjordanland denke. Die jüdischen Gemeinden in dem Gebiet würden weiter wachsen, sagte Danon bei der Sitzung zur Lage im Westjordanland am Dienstag.

In einer anschließend auf X veröffentlichten Videobotschaft richtete sich Danon direkt an die Mitglieder des Sicherheitsrats. »Der Sicherheitsrat muss eine einfache Wahrheit verstehen: Wir werden nirgendwo hingehen. Die jüdischen Gemeinden werden in Judäa und Samaria bleiben«, erklärte er.

Danon widersprach zugleich der Auffassung, nach der die Siedlungen ein Hindernis für den Frieden seien. »Jüdische Gemeinden sind keine vorübergehenden Außenposten und auch keine Hindernisse für den Frieden«, sagte der israelische Botschafter. Es handele sich um dauerhafte Wohnorte und gewachsene Nachbarschaften, in denen Familien lebten. »Judäa und Samaria ist der Ort, an dem die ewige Verbindung unseres Volkes zum Land Israel begonnen hat«, fügte Danon hinzu.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Vorwurf einer Doppelmoral

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war der Umgang des Sicherheitsrats mit Gewalt im Westjordanland. Danon warf dem Gremium vor, bei Vorfällen mit Beteiligung von Israelis andere Maßstäbe anzulegen als bei palästinensischen Terroranschlägen.

Wenn Israelis beteiligt seien, werde pauschal von »Siedlergewalt« gesprochen. Bei Angriffen palästinensischer Extremisten werde dagegen lediglich auf die jeweiligen Täter verwiesen, sagte Danon. »Das ist keine Gerechtigkeit. Das ist Voreingenommenheit«, erklärte der Botschafter.

Damit bezog er sich auf die wiederholte internationale Kritik an Gewalttaten israelischer Siedler gegen Palästinenser. Gleichzeitig verwies er auf Hunderte palästinensische Terrorangriffe, denen seiner Darstellung nach bei der Arbeit des Sicherheitsrats nicht die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet werde.

Lesen Sie auch

Geschichte und Tora

Zur Begründung des israelischen Anspruchs auf ein Leben im Westjordanland erwähnte Danon zudem auf die historische und religiöse Verbindung des jüdischen Volkes zu der Region. »Unser Recht, in unserem Land zu leben, beruht auf unserer historischen Verbindung zu diesem Land. Sie wird in der Tora beschrieben«, sagte er.

Für Danon ist das Gebiet zentral für die Geschichte des jüdischen Volkes. »Judäa und Samaria ist der Ort, an dem unsere Geschichte im Land Israel begonnen hat. Dort wird sie weitergehen.« im

Jerusalem/Caracas

Israel und Venezuela nähern sich nach 17 Jahren wieder an

Beide Staaten verständigen sich auf die Wiederaufnahme konsularischer Kontakte und die Einrichtung eines offiziellen Koordinierungskanals

 12.08.2026

Westjordanland

Israels Armee verurteilt illegale Siedlerposten innerhalb palästinensischer Dörfer

Die IDF bezeichneten die jüngsten Vorgänge in dem Gebiet als »illegal, verwerflich und inakzeptabel«. Aber tun sie etwas dagegen?

 12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nahost

Israels Armee zerstört Haus im Westjordanland

Hintergrund ist eine tödliche Auseinandersetzung mit Siedlern und Soldaten im vergangenen Monat

 11.08.2026

Jerusalem

Netanjahu setzt umstrittenen Unternehmer auf Likud-Liste

Der neue Kandidat hatte US-Präsident Trump unlängst als »ein moralisch korrumpiertes Stück Scheiße« bezeichnet, revidierte seine Meinung jedoch nun. Derweil deutet sich im Likud ein Streit über Listenplätze an

 11.08.2026

Nahost

Israel erwartet Täuschung durch zwei arabische Staaten

Medienberichten zufolge soll der jüdische Staat mit scheinbaren diplomatischen Annäherungen in Sicherheit gewogen und dann angegriffen werden

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert