Von den drei jungen Männern fehlt jede Spur. Drei israelische Beduinen aus der Negev-Wüste werden Berichten zufolge bereits seit etwa sechs Monaten unter unklaren Umständen in Ägypten festgehalten. Die Informationen gelangten erst jetzt an die Öffentlichkeit.
Bei den Vermissten handelt es sich um Bilal Massoudin (27), Bilal Salem Abu-Ayash (28) und Ahmed Adouji (25). Zwei von ihnen sind Familienväter. Ihre Familien leben in Beduinensiedlungen entlang der Route 40 in der Region Ramat HaNegev. Angehörige erklärten im israelischen öffentlich-rechtlichen Sender Kan, dass das Verschwinden in keinem Zusammenhang mit kriminellen Aktivitäten stehe. Sie hätten erfahren, dass es sich stattdessen um »Fragen der ägyptischen inneren Sicherheit« handele, wobei die genaue Art dieser Angelegenheiten unbekannt sei.
Die Familien machen sich große Sorgen um das Schicksal der jungen Männer, hieß es in dem Bericht weiter. Sie berichteten, dass die drei Männer im März zu einem Urlaub nach Ägypten gereist und bei ihrer Rückkehr nach Israel am Grenzübergang Taba von den Behörden festgenommen worden seien. Bis zum Zeitpunkt ihrer Festnahme standen alle drei in Kontakt mit ihren Familien, danach brach jegliche Kommunikation ab. Erst nach Intervention ihres israelischen Anwalts bestätigte das Außenministerium in Jerusalem, dass sie tatsächlich in Ägypten festgehalten werden.
Keine Möglichkeit, mit den Männern zu kommunizieren
Nach Angaben der Familien sei es ihnen während des gesamten Zeitraums nicht möglich, mit den Männern zu kommunizieren. Zudem sei den Anwälten der Zugang zu ihren Mandanten verweigert worden. Auch wüsste niemand, ob die Männer einem Richter vorgeführt wurden. Die Angehörigen haben auch angegeben, dass bislang kein israelischer Vertreter einen konsularischen Besuch abgestattet habe.
Ein Verwandter eines der Inhaftierten erklärte in Kan: »Der Anwalt hat bei den ägyptischen Behörden angefragt, wo sie festgehalten werden, doch es gab keine Antwort. Er hat Nachforschungen angestellt: Sie befinden sich weder in Polizeigewahrsam noch in einem bekannten Gefängnis. Sie liegen nicht im Krankenhaus und sind in keiner offiziellen Einrichtung untergebracht.«
Er fügte hinzu: »Keine ägyptische Stelle bestätigt ihre Festnahme, und in den ägyptischen Medien gibt es keinerlei Erwähnung des Vorfalls – ein Umstand, der die Ungewissheit über die Hintergründe ihrer Inhaftierung noch verstärkt.«
Anwalt Badran: »Es handelt sich um drei israelische Staatsbürger, von denen jeder eine Familie hat, die auf ihn wartet – eine Familie, die wissen möchte, ob er noch lebt, wo er sich aufhält und wie es ihm geht.«
In der vergangenen Woche veröffentlichte Jerusalem eine Erklärung, offenbar als Antwort auf einen Brief, den die Familien der drei Männer durch ihren Anwalt an Außenminister Gideon Sa’ar gerichtet hatten.
Aus Jerusalem hieß es: »Das Außenministerium befasst sich mit dem Fall dreier israelischer Staatsbürger, die sich derzeit in Ägypten aufhalten und zu denen der Kontakt abgebrochen ist. Das Ministerium hat sich gemeinsam mit anderen Behörden an die ägyptischen Stellen gewandt, um offizielle Informationen über deren Status zu erbitten. Bislang liegt keine zufriedenstellende offizielle Antwort vor. Das Ministerium steht weiterhin im Austausch mit den ägyptischen Behörden bezüglich der drei Israelis und hält Kontakt zu deren Familien.«
Laut Rechtsanwalt Mutlaq Badran, der mit der Vertretung der Familien beauftragt wurde, hätten die Familien in den vergangenen Monaten auch versucht, eigenständig zu handeln, unter anderem durch die Beauftragung eines Anwalts in Ägypten. Doch auch diese Bemühungen hätten keine weiteren Informationen gebracht.
Außenministerium in Jerusalem äußerte sich
»Der Staat muss alles in seiner Macht Stehende tun, um den Verbleib seiner drei Bürger zu klären«, machte Badran deutlich und forderte Sa’ar auf, bei der israelischen Vertretung in Ägypten sowie bei den dortigen Behörden tätig zu werden. Er fügte hinzu, dass der Begriff »israelischer Staatsbürger« mit praktischem Leben gefüllt werden müsse: »Der Staat Israel muss zu seinen Bürgern stehen, auch wenn sie sich jenseits der Grenze aufhalten.«
In dem Schreiben an Sa’ar schilderte Badran auch die große Notlage der Familien: »Es handelt sich um drei israelische Staatsbürger, von denen jeder eine Familie hat, die auf ihn wartet – eine Familie, die wissen möchte, ob er noch lebt, wo er sich aufhält und wie es ihm geht.« Er fügte hinzu: »Kein Anruf, keine Nachricht, keine Adresse, keine Gewissheit, keine Antwort. So leben diese Familien seit Monaten.«