Hauptstadtfrage

Israel und US-Botschafter drängen auf Botschaftsverlegungen nach Jerusalem

Bildungsminister Yoav Kisch Foto: Copyright (c) Flash 90 2025

Bei einer internationalen Konferenz in Jerusalem haben Vertreter Israels und der USA andere Staaten dazu aufgerufen, ihre diplomatischen Vertretungen in die israelische Hauptstadt zu verlegen. Israels Bildungsminister Yoav Kisch und der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, machten deutlich, dass sie Jerusalem als unteilbare Hauptstadt Israels betrachten.

Kisch wandte sich an ausländische Bildungsminister sowie Führungskräfte internationaler Technologieunternehmen, die zur Konferenz über Künstliche Intelligenz und Innovation im Bildungsbereich angereist waren. Der Minister erklärte: »Wir sind in Jerusalem, der ewigen Hauptstadt des Staates Israel, einer Stadt, die wir unter keinen Umständen teilen werden.« Zugleich forderte er die Delegationen auf, in ihren Heimatländern auf eine Verlegung der Botschaften hinzuwirken.

Unterstützung erhielt Kisch von US-Botschafter Huckabee, der ebenfalls an der Veranstaltung im Museum of Tolerance teilnahm. Er sagte: »Ich schließe mich dem Aufruf des Ministers an und hoffe, dass Sie entsprechend handeln.« Die Entscheidung der USA, ihre Botschaft bereits 2018 nach Jerusalem zu verlegen, bezeichnete Huckabee als »praktischen und wichtigen Schritt«. Damals habe Washington erklärt, Jerusalem sei die vereinte Hauptstadt des jüdischen Volkes und könne nicht geteilt werden.

Lesen Sie auch

Die US-Botschaft war unter der ersten Trump-Regierung von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt worden. Damit waren die Vereinigten Staaten die erste große Macht, die diesen Schritt vollzog. Die Entscheidung markierte einen deutlichen Bruch mit der bis dahin international üblichen Praxis.

Die Mehrheit der Staaten hält ihre Botschaften weiterhin in Tel Aviv. Hintergrund ist der völkerrechtliche Status Jerusalems, der international umstritten bleibt. Viele Länder erkennen Israels Souveränität über ganz Jerusalem nicht an. Das israelische Grundgesetz von 1980 (auch Jerusalemgesetz genannt), das Jerusalem zur Hauptstadt erklärte, wird international weitgehend nicht anerkannt.

Guatemala, Honduras, der Kosovo, Papua-Neuguinea und Paraguay unterhalten ebenfalls Botschaften in Jerusalem. Weitere Staaten wollen demnächst folgen. im

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026

Gesellschaft

Gewalt in arabischen Gemeinden eskaliert: Fünf Tote in zwölf Stunden

Die Gewalt in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalem Ausnahmezustand«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Gaza

Israel meldet Tötung eines Terror-Drahtziehers

Basel Himouni, ein Hamas-Terrorist aus Hebron, hatte einen Anschlag auf Busse in Beerscheba im Jahr 2004 organisiert. Damals wurden 16 Israelisch ermordet und über 100 Menschen verletzt

 12.02.2026

Melbourne

Herzog warnt vor Judenhass in Australien

Der Staatsbesuch des israelischen Präsidenten löste Proteste im Land aus. Herzog sagte, er habe eine Botschaft des guten Willens nach Australien gebracht und hoffe auf eine Entspannung der Lage

 12.02.2026 Aktualisiert