Jerusalem/Gaza

Israel reagiert auf mehrfachen Bruch des Friedensplans durch die Hamas

Laut des Trump-Abkommens hätte die Hamas bereits vor mehr als zwei Wochen alle Leichen übergeben müssen. Die Terrororganisation hat jedoch 13 Leichen bis heute nicht übermittelt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Israel hat nach dem mehrfachen Bruch des Friedensplans durch die Hamas mit Angriffen auf die palästinensische Terrororganisation reagiert. Die israelische Luftwaffe beschoss nach Medienberichten Ziele der Hamas im Bereich der Stadt Gaza sowie an weiteren Orten.

Mit dem Beschuss zog Jerusalem nach Angaben von Israels Verteidigungsminister Israel Katz die Konsequenzen aus Angriffen der Hamas auf israelische Soldaten sowie auf Verzögerungen bei der vereinbarten Übergabe getöteter Geiseln.

Der israelische TV-Sender N12 berichtete, bewaffnete Palästinenser hätten Soldaten in Rafah angegriffen, unter anderem mit einer Panzerfaust. Auch ein Scharfschütze sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Nach Angaben palästinensischer Augenzeugen kam es anschließend zu Artilleriebeschuss mehrerer Gebiete im Bereich von Rafah. 

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Armee nach Sicherheitskonsultationen an, sofort »intensive Angriffe« im Gazastreifen auszuführen. 

Medienberichten zufolge könnte Israel außerdem das Gebiet ausweiten, das es in dem Küstenstreifen noch kontrolliert. Dabei würde die sogenannte »gelben Linie«, hinter die sich die israelische Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen hatte, weiter westlich verschoben. 

Verteidigungsminister Katz drohte, die Hamas werde einen »hohen Preis zahlen für den Angriff auf israelische Soldaten in Gaza und für die Verletzung des Abkommens über die Rückgabe der getöteten Geiseln«. Mit dem Angriff habe die Hamas eine »rote Linie« überschritten.

Bereits vor rund einer Woche wurden zwei israelische Soldaten bei einem Angriff mit einer Panzerfaust getötet. Die Hamas brach das von US-Präsident Donald Trump initiierte 20-Punkte-Abkommen zudem auch dadurch, dass sie - anders als in der Erklärung zugesichert - nicht die Waffen niederlegte und ihrer Demilitarisierung zustimmte.

Die Hamas kündigte unterdessen an, eine zunächst für Dienstagabend angekündigte Übergabe einer weiteren toten Geisel zu verschieben. Bei Suchaktionen in einem Tunnel im Süden des Gazastreifens sei zuvor eine Leiche gefunden worden. Neue Angriffe Israels würden die Sucharbeiten und die Rückgabe behindern.

Israel wirft der Hamas vor, die im Rahmen des US-Friedensplans vereinbarte Übergabe von insgesamt 28 Leichen von Geiseln absichtlich herauszuzögern. Laut der Vereinbarung hätte die Hamas bereits vor mehr als zwei Wochen alle Leichen übergeben müssen. Die Terrororganisation hat jedoch 13 Leichen bis jetzt nicht übermittelt. ja/dpa

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