Gazastreifen

Israels Premier Netanjahu ordnet »intensive Angriffe« an

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: picture alliance / AA/photothek.de

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Armee angewiesen, sofort »intensive Angriffe« im Gazastreifen auszuführen. Dies teilte das Büro Netanjahus nach einer Sicherheitsberatung des Regierungschefs mit. 

Im südlichen Gazastreifen war es zuvor nach einem Medienbericht ungeachtet der Waffenruhe zu einem Feuergefecht gekommen. Der israelische Armeesender meldete, bewaffnete Mitglieder der Terrororganisation Hamas hätten auf israelische Soldaten geschossen. Nach Angaben palästinensischer Augenzeugen kam es anschließend zu Artilleriebeschuss mehrerer Gebiete im Bereich von Rafah. Alle Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Hamas kündigt Übergabe weiterer Geisel-Leiche an

Nach der Übergabe sterblicher Überreste einer bereits beigesetzten Geisel kündigte die Hamas an, eine weitere Leiche auszuhändigen. Diese solle um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ) übergeben werden, hieß es in einer Mitteilung des militärischen Arms der Hamas, der Kassam-Brigaden, auf Telegram. Die Leiche sei in einem Tunnel gefunden worden. 

Die Übergabe der sterblichen Überreste von Geiseln erfolgte bisher stets über Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Am Montagabend hatte die Hamas erneut sterbliche Überreste übergeben. Dabei handele es sich forensischen Untersuchungen zufolge um die sterblichen Überreste von Ofir Tzarfati, dessen Leichnam bereits im Dezember 2023 von israelischen Streitkräften im Gazastreifen geborgen worden war – weniger als zwei Monate nach seiner Entführung während des Hamas-Angriffs auf Israel.

Darüber hinaus veröffentlichte die israelische Armee am Dienstag ein 15-minütiges Drohnenvideo, das nach eigener Darstellung belegen soll, dass Hamas-Terroristen die Bergung der am Vortag übergebenen Überreste inszenierten.

Dies löste in Israel großen Zorn und Empörung aus und es war der Anlass für die Sicherheitsberatung Netanjahus, bei der über das weitere Vorgehen beraten werden sollte.

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Verzögerung bei Übergabe von Geisel-Leichen

Im Rahmen des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump hätte die Hamas bereits vor mehr als zwei Wochen insgesamt 28 Leichen von Geiseln übergeben müssen. Die Terrororganisation hat jedoch 13 Leichen bis jetzt nicht übermittelt und erklärt dies mit den schwierigen Bedingungen vor Ort. Nach Medienberichten erwägt Israel nun als Gegenreaktion auf die Verzögerung unter anderem die Ausweitung des Gebiets, das es in dem Küstenstreifen noch kontrolliert. dpa/ja

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