Gaza

Hamas bestätigt direkte Gespräche mit US-Vertreter

Hamas-Unterhändler Chalil al-Haja (M., Aufnahme von 2018) Foto: picture alliance / Wissam Nassar/dpa

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat erstmals seit Beginn der Gaza-Waffenruhe vor einem halben Jahr direkte Gespräche mit einem US-Repräsentanten geführt. Der Hamas-Unterhändler Chalil al-Haja habe sich in Kairo mit dem US-Berater Aryeh Lightstone getroffen, bestätigten Hamas-Kreise nach einem entsprechenden Bericht des US-Senders CNN. 

CNN zufolge war bei dem Treffen am Dienstagabend auch Nikolaj Mladenow zugegen, der Hohe Repräsentant für Gaza. Der Bulgare und frühere UN-Nahostgesandte dient als Verbindung zwischen dem Friedensrat und der palästinensischen Übergangsverwaltung des in zwei Jahren Krieg weitgehend zerstörten Gazastreifens. 

Die Hamas besteht vor dem Übergang in die zweite Phase des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump darauf, dass Israel seine Angriffe in dem Küstenstreifen unterlässt und die Einfuhr von mehr humanitären Hilfsgütern erlaubt. Dieselbe Terrororganisation verstößt immer wieder gegen die Waffenruhe und raubt seit Jahren Hilfslieferungen, um sie an die Bevölkerung zu verkaufen.

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Die in dem Plan vorgesehene Entwaffnung lehnt die Hamas weiterhin ab.

Israels Armee kontrolliert weiterhin etwa die Hälfte des Gazastreifens, in dem Rest des Gebiets hat die Hamas ihre Kontrolle wieder gefestigt. Die zweite Phase des Friedensplans sieht einen weiteren Abzug der israelischen Truppen und das endgültige Ende des Kriegs vor, um einen Wiederaufbau der zerstörten Städte in dem Palästinensergebiet mit rund zwei Millionen Einwohnern zu ermöglichen. Auch nach einem halben Jahr Waffenruhe leben die Menschen in Not.

Aryeh Lightstone sei vor dem Treffen in Kairo mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammengekommen, um Israels Zusage zur vollständigen Umsetzung seiner Verpflichtungen in der ersten Phase des Waffenstillstands zu sichern, berichtete CNN weiter. Israel habe sich bereit erklärt, diese Verpflichtungen umzusetzen, sofern sich die Hamas zur Entwaffnung verpflichte. Mladenov warnte den Hamas-Repräsentanten dem Bericht zufolge, Israel werde den Krieg wieder aufnehmen, sollte die Hamas die Waffen nicht niederlegen. 

Der Friedensplan sieht die Entsendung einer internationalen Stabilisierungstruppe vor, die im Gazastreifen für Ruhe sorgen soll. Bisher hat sich aber nur Indonesien zur Entsendung von Soldaten verpflichtet. dpa/ja

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