Eine Woche nach der Knessetwahl sondieren Israels Oppositionsparteien, wie sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ablösen ließe. Wie die »Times of Israel« unter Berufung auf hebräische Medien berichtet, traf sich Avigdor Liberman, Vorsitzender von Yisrael Beytenu, am Samstag erstmals seit der Wahl mit Gadi Eisenkot, dem Chef der Partei Yashar. Am Sonntag soll Liberman zudem Yair Lapid treffen, die Nummer zwei der Partei B’Yachad.
Eisenkot hatte sich zuletzt mit Yair Golan, dem Vorsitzenden der Demokraten, und mit Naftali Bennett, dem Chef von B’Yachad, getroffen. Liberman soll Anrufe von Eisenkot und Bennett zunächst nicht beantwortet haben. Die Vorsitzenden des aus vier Parteien bestehenden Anti-Netanjahu-Blocks sollen sich in den kommenden Tagen gemeinsam treffen.
Golan sprach laut den Berichten außerdem mit Yousef Jabareen und Ahmad Tibi, den Vorsitzenden der Gemeinsamen Liste, über eine mögliche Zusammenarbeit bei den Koalitionsverhandlungen. In der vergangenen Woche hatte er bereits Mansour Abbas, den Vorsitzenden der arabischen Partei Ra’am, und andere Oppositionspolitiker getroffen. Golan ist der Einzige im jüdisch geführten Anti-Netanjahu-Lager, der offen dafür eintritt, mit arabischen Parteien eine Regierung zu bilden. Er will gemeinsam mit Ra’am koalieren.
Netanjahus Block kam bei der Wahl auf 53 von 120 Sitzen und verlor damit seine Mehrheit. Der Likud blieb allerdings stärkste Partei. Fraktionsgeschäftsführer Ofir Katz schloss nach Angaben des Armeeradios ein Rotationsabkommen aus: Man lehne eine Rotation ab, da die Wahlergebnisse großes Vertrauen in den Likud gezeigt hätten. Wer wolle, könne sich der Regierung auf Basis der bestehenden Koalition anschließen. ja