Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Gadi Eisenkot Foto: copyright (c) Flash90 2026

Ex-Militärchef Gadi Eisenkot will nach der Parlamentswahl in Israel rasch eine neue Regierung bilden. Das Land sei »auf dem Weg zu einer neuen Ära der Hoffnung«, sagte der Vorsitzende der Mitte-Partei Jaschar am Wahlabend vor Anhängern. Laut Prognosen führender Fernsehsender wurde seine Partei bei der Abstimmung zweitstärkste Kraft hinter der rechtskonservativen Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Netanjahus Likud ging zwar als stärkste Kraft aus der Wahl hervor, sein rechtsreligiöses Lager aus mehreren Parteien verlor jedoch die Mehrheit im Parlament. Allerdings verfügt auch das Lager um Eisenkot über keine klare Mehrheit. Zum Zünglein an der Waage könnten damit die arabischen Parteien werden.Eisenkot fordert Netanjahu zum Rückzug auf

»Wir haben Geschichte geschrieben«, sagte Eisenkot vor seinen Anhängern. Er bezeichnete die Parlamentswahl als »Volksbefragung über die künftige Führung Israels«. Die Antwort sei eindeutig: »Die Öffentlichkeit hat für eine Veränderung gestimmt.« Netanjahus Koalition habe »das Vertrauen des Volkes verloren«.

Die Wähler hätten sich »gegen eine Fortsetzung der Amtszeit Netanjahus als Regierungschef« ausgesprochen, sagte Eisenkot. Ein aufrechter politischer Anführer würde sich angesichts eines solchen Ergebnisses »aus dem politischen Leben zurückziehen«. Eine weitere Parlamentswahl - die angesichts des unklaren Ergebnisses durchaus möglich erscheint - wäre aus seiner Sicht ein Fehler: »Wir müssen alles tun, um den Willen des Volkes umzusetzen.«

Eisenkot bekräftigte zudem drei Grundsätze für die Bildung einer Koalition: die Anerkennung Israels als jüdischer und demokratischer Staat, die Verpflichtung auch ultraorthodoxer Juden zum Wehrdienst sowie die Zerschlagung der palästinensischen Terrororganisation Hamas. dpa

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