Am Donnerstag hatte das Ministerium für Umweltschutz schlechte Nachrichten: Zum ersten Mal ist in Israel die Afrikanische Großkopfameise (Pheidole megacephala) nachgewiesen worden. Anwohner in Haifa hatten sie identifiziert. Diese invasive Art stammt ursprünglich vom afrikanischen Kontinent und hat sich im Laufe der Jahre über weite Teile der Welt, vorwiegend in warmen Klimazonen, ausgebreitet. Experten kartieren derzeit Gebiete, die befallen sind und untersuchen, ob sich die Ameise bereits in anderen Stadtteilen etabliert hat.
Die Großkopfameise gilt als invasive Art mit hoher Vermehrungs- und Ausbreitungsgeschwindigkeit. Ihre Kolonien können mehrere Königinnen umfassen und weitverzweigte, kooperierende Nestnetze bilden. Sie ernährt sich von verschiedenen Nahrungsquellen, darunter Insekten, Samen und organische Materialien.
Die Ansiedlung schädigt die Ökosysteme des Landes
Ihre Ansiedlung schädigt Ökosysteme, unter anderem durch die Verdrängung einheimischer Ameisenarten und das Töten verschiedener Arthropoden, vor allem Schnecken und Nacktschnecken. Die Ameise kann sogar Kleintiere wie Jungvögel, Eichhörnchen und Reptilien jagen und ökologische Prozesse wie die Samenverbreitung stören.
Neben den potenziellen Schäden für die Natur richtet die Großkopfameise auch in der Landwirtschaft oft schwere Schäden an. Beispielsweise züchtet sie Blattläuse, die die Pflanzen schädigen.
Das Ministerium für Umweltschutz arbeitet derzeit mit der Stadtverwaltung Haifa, der Universität Tel Aviv und anderen Fachorganisationen zusammen, um die Überwachung auszuweiten. Bislang soll die Ameise im Stadtteil Neve Sha’anan vorkommen. Es sollen »weitere Befallsherde lokalisiert und geeignete Behandlungsmethoden für die klimatischen und Umweltbedingungen in Israel untersucht werden, damit die Ausbreitung des Insekts eingedämmt werden kann«, hieß es aus dem Ministerium.
Shai Reichner: »Die Identifizierung einer neuen invasiven Art bei uns im Land erfordert ein schnelles und systematisches Vorgehen, bevor sie sich etabliert und in weitere Gebiete ausbreitet.«
Die Stadtverwaltung Haifa startete darüber hinaus ein Pilotprojekt, um die Wirksamkeit von Pestiziden gegen die invasive Art zu testen. Im Rahmen des Experiments wurden vier Parzellen ausgewählt, auf denen die Ameise nachgewiesen wurde, und auf jeder Parzelle wurde ein anderes Pestizid getestet. Ziel ist es, die wirksamste Behandlungsmethode unter den lokalen Bedingungen zu ermitteln.
Shai Reichner, Leiter der Abteilung für Schädlinge und Schädlingsbekämpfung im Umweltministerium, erklärte in dem Naturmagazin Chai Po: »Die Identifizierung einer neuen invasiven Art bei uns im Land erfordert ein schnelles und systematisches Vorgehen, bevor sie sich etabliert und in weitere Gebiete ausbreitet.« Laut Reicher stellt die Ameise zwar keine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar, kann aber erhebliche Schäden an Ökosystemen und der Landwirtschaft verursachen.