Genesis-Preis

Förderung für 26 Organisationen

Der amerikanische Unternehmer und Mäzen Robert Kraft anlässlich der Verleihung des Genesis-Preises 2019 Foto: Genesis Prize Foundation

Er gilt als der »jüdische Nobelpreis« und wird jährlich an jüdische Persönlichkeiten vergeben, die mit ihrer Arbeit inspirieren und sich für Israel und die Diaspora einsetzen: der Genesis-Preis.

Die Auszeichnung, die mit einer Million Dollar dotiert ist, wird von einer eigens dafür ins Leben gerufenen Stiftung in Absprache mit der Jewish Agency for Israel und dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten vergeben.

MÄZEN 2019 wurde der amerikanische Papier- und Verpackungsfabrikant und Mäzen Robert Kraft mit dem Genesis-Preis geehrt. Der Multimilliardär – Eigentümer der Football-Mannschaft New England Patriots – kündigte an, sein Preisgeld für Projekte spenden zu wollen, die sich dem Kampf gegen Antisemitismus und der Delegitimierung Israels widmen. Zusätzlich gab er noch 20 Millionen Dollar aus eigener Tasche für die Einrichtung einer neuen »Foundation to Combat Anti-Semitism« dazu.

Am Montag hat die Genesis-Preis-Stiftung in Israel die Namen jener 26 Organisationen bekannt gegeben, die das Geld erhalten sollen. Darunter sind mehrere bekannte jüdische NGOs wie die Anti-Defamation League, das American Jewish Committee, ELNET und United With Israel.

Sie werden für ihre Aktivitäten im Bereich von Politik und Diplomatie gefördert. Auch der Jerusalem Press Club und die Organisation Media Central sind unter den Empfängern. Laut Genesis-Stiftung haben sie ausländischen Journalisten in Israel zu einer besseren Berichterstattung verholfen.

»STIMME FÜR ISRAEL« Unter dem Motto »Die Stimme für Israel erheben« bekommt auch die Initiativen Creative Community for Peace und Music Port Geld aus dem Fördertopf. Ihr Ziel ist es, israelische Kultur und ihre Protagonisten weltweit besser zu vernetzen. Die Start-up Nation Central Innovation Discovery Platform sowie das Center for Israeli Innovation sind ebenfalls unter den ausgewählten Projekten. Sie fokussieren sich vor allem auf den High-Tech-Sektor.

»Vergangenes Jahr habe ich in Jerusalem den Genesis-Preis entgegengenommen und versprochen, meine Anstrengungen zu im Kampf gegen die weltweiten Versuche, Israel zu delegitimieren zu verdoppeln. Die Coronavirus-Krise 2020 hat eine Verlagerung meiner philanthropischen Aktivitäten hin zur Nothilfe erforderlich gemacht, und ich konnte da meinen Beitrag leisten,« sagte Kraft. Noch im April holte er persönlich mit seinem Flugzeug 1,2 Millionen Atemschutzmasken in China ab.

HERAUSFORDERUNGEN Nun sei es aber an der Zeit, wieder auf die längerfristigen Herausforderungen zu schauen, sagte der amerikanische Unternehmer. Dazu gehöre auch der Antisemitismus und der »anti-israelische Diskurs«, betonte Kraft. Die Organisationen, die jetzt von der Genesis-Stiftung Mittel bekämen, seien »höchst effektiv« im Kampf dagegen. Wie viel Geld genau ausgeschüttet wird, wollte die Stiftung auf Anfrage aber nicht verraten.

Der Genesis-Preis wird seit 2014 an Menschen verliehen, die durch ihr Schaffen Herausragendes in ihrem Bereich geleistet haben. Traditionell dürfen sich die Geehrten selbst Projekte aussuchen, die mit ihrem Preisgeld gefördert werden. 2020 ging die Auszeichnung an den ehemaligen Sowjet-Dissidenten Natan Sharansky. Neben Robert Kraft zählen auch der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, die Schauspielerin Natalie Portman, der Schauspieler Michael Douglas, der Geiger Itzhak Perlman und der indisch-britische Bildhauer Sir Anish Kapoor zu den bisherigen Preisträgern.

Medizin-Skandal

Eigenes Baby - falsches Sperma?

Eine Mutter in Israel vermutet eine Verwechslung bei der Samenspende. Der Fall führt erneut zum Assuta-Krankenhaus

von Sabine Brandes  18.08.2026

Meinung

Von Menschen und Monstern

Die neuen Äußerungen des rechtsextremen israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir sind schockierend, aber leider nicht überraschend

von Ayala Goldmann  18.08.2026

Wandern

Der Weg ist das Ziel

Auf einer Länge von 111 Kilometern lassen sich zwischen Jaffa und Jerusalem auf einem neuen Trail antike Stätten, wechselnde Landschaften und vielfältige Gemeinschaften neu entdecken

von Sabine Brandes  18.08.2026

Tel Aviv

Yoseph Haddad gründet Partei

Der arabisch-israelische Aktivist startet im Vorfeld der für den 27. Oktober vorgesehenen Knesset-Wahlen eine Kampagne

 18.08.2026

Energieminister Eli Cohen

Analyse

Ein neuer Likud?

Eli Cohen liegt bei den Vorwahlen auf Platz eins – und die umstrukturierte Liste zeigt, wie umkämpft die Partei vor der Knesset-Wahl ist

von Sabine Brandes  18.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Konzerte

Rückkehr ausländischer Künstler auf israelische Bühnen

Auch der französische Pianist Richard Clayderman hat zwei Konzerte im jüdischen Staat vor sich. Welche anderen Musiker kommen?

 18.08.2026

Westjordanland

Israelische Sicherheitskräfte räumen illegalen Siedler-Außenposten bei Hebron

Die Bewohner hatten zuvor israelische Polizisten angegriffen und an der Arbeit behindert

 18.08.2026

Jerusalem

Likud-Vorwahl: Cohen führt, mehrere Minister vor dem Aus

Für mehrere prominente Likud-Politiker könnte der Ausgang der parteiinternen Abstimmung gravierende Folgen haben

 18.08.2026