Medizin-Skandal

Eigenes Baby - falsches Sperma?

(Symbolfoto) Foto: picture alliance / imageBROKER

In Israel bahnt sich ein neuer Reproduktions-Skandal an. Am Montag erhielt das Gesundheitsministerium in Jerusalem einen Bericht des Assuta-Krankenhauses in Ramat Hachayal über die mögliche Verwechslung einer Samenspende. Eine alleinerziehende Mutter, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen hatte, behauptet, zwischen ihren beiden Kindern, die aus derselben Samenspende hätten stammen sollen, besteht keinerlei genetische Übereinstimmung.

Die Frau hat ein drei Jahre altes Kind und ein Baby, das erst vor einem Monat zur Welt kam. Da sich die beiden Kinder nicht ähnlichsehen, beauftragte sie ein Labor in Großbritannien, die Gene zu untersuchen. Und dieser Test habe eindeutig ergeben, dass die Kinder nicht vom selben Vater stammten, so ihr Anwalt.

Betroffene fordert Untersuchung des Falls

Kurz darauf wandte sich die Betroffene an das Krankenhaus und forderte eine dringende Untersuchung des Falls, wie Kanal 12 zuerst berichtete. Das Assuta-Krankenhaus gab bekannt, der Bericht sei nach Eingang der Beschwerde an das Gesundheitsministerium weitergeleitet worden.

»Zum jetzigen Zeitpunkt können noch keine endgültigen Schlussfolgerungen gezogen werden, und weitere Tests sind erforderlich. Das Assuta-Krankenhaus steht in direktem Kontakt mit der Patientin und wird die Tests transparent und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium durchführen«, hieß es in der Erklärung.

Der Anwalt der Frau, Gilad Ginsburg, erläuterte das Geschehen in der israelischen Presse: »Nach der Geburt ihres ersten Kindes ging sie erneut ins Krankenhaus, um sich einer weiteren künstlichen Befruchtung mit dem Sperma desselben Spenders zu unterziehen. Einige Zeit nach der Geburt ihres Sohnes bemerkte meine Mandantin einen grundlegenden Unterschied zwischen den beiden Kindern, vor allem einen äußerlichen. Sie wurde besorgt und wollte der Sache nachgehen lassen. Sie begab sich eigenständig zu einem großen Labor in Europa, um einen Test durchführen zu lassen.«

Anwalt Gilad Ginsburg: »Einige Zeit nach der Geburt ihres Sohnes bemerkte meine Mandantin einen grundlegenden Unterschied zwischen den beiden Kindern, vor allem einen äußerlichen.«

Das Ergebnis, so Ginsburg weiter, zeige eindeutig, dass es keine genetische Übereinstimmung väterlicherseits gab. »Wir kontaktierten umgehend das Gesundheitsministerium, um einen schnellen und dringenden Test zu veranlassen und zu klären, was geschehen war und wie es sein konnte, dass nach mehreren Jahren, in denen die Eltern die fehlende genetische Übereinstimmung für ihr Kind festgestellt hatten, der Verdacht aufkommt, dass so etwas erneut passiert.«

Die Kinderwunschkliniken der Assuta Medical Center waren in den letzten Jahren in die Kritik geraten, nachdem 2022 ein Vorfall bekannt wurde: Eine Frau, die mithilfe von künstlicher Befruchtung im Assuta in Rishon Lezion schwanger geworden war, stellte fest, dass der Fötus weder mit ihr noch mit ihrem Ehemann genetisch verwandt war.

Nach jahrelangen medizinischen Turbulenzen und Gerichtsverfahren entschied das Gericht im Jahr 2025, dass das Kind, ein Mädchen namens Sophia, bei ihren leiblichen Eltern und nicht bei ihren biologischen Eltern bleiben sollte. Dieses Urteil erging im Rahmen einer Berufung gegen ein Urteil eines unteren Gerichts, das zuvor die Übertragung von Sophia an ihre genetischen Eltern angeordnet hatte.

Fehlerhafter Embryotransfer

Monate später, im Oktober 2025, entzog das Gesundheitsministerium zwei leitenden Mitarbeitern der betreffenden Kinderwunschklinik daraufhin die Approbation. Grund dafür war die Verwechslung des Embryos beim Transfer, der zur Geburt von Baby Sophia führte.

Bereits 2023 meldete sich ein anderes Paar und gab an, angeblich vom Assuta Medical Center Schweigegeld angeboten bekommen zu haben, nachdem auch sie erfahren hatten, dass ihr durch künstliche Befruchtung gezeugtes Kind keine genetische Verbindung zum Vater hatte. Auch ging es um eine vermeintlich vertauschte Samenspende.

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