Israelische Sicherheitskräfte haben am Montag einen illegal errichteten Siedler-Außenposten in den südlichen Hebron-Bergen geräumt. Nach einem Bericht des Armee-Radios waren an dem Ort wenige Monate zuvor israelische Polizisten von Bewohnern des Außenpostens angegriffen und an ihrer Arbeit gehindert worden.
Bei dem geräumten Außenposten handelt es sich laut einem Bericht der »Jerusalem Post« um Givat Or Yehuda in der Nähe von Susya. An der Räumung war neben den Sicherheitskräften auch die für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten zuständige COGAT-Behörde beteiligt.
Der Einsatz steht offenbar im Zusammenhang mit einem Vorfall im Mai. Damals waren Sicherheitskräfte zu dem Außenposten gekommen, um Fahrzeuge zu beschlagnahmen, die gestohlen oder illegal in dem Gebiet gehalten worden sein sollen. Bewohner sollen daraufhin Steine auf Polizisten geworfen und Straßen blockiert haben, um den Abtransport der Fahrzeuge zu verhindern.
Gewalttätige Auseinandersetzungen
Die Räumung erfolgt vor dem Hintergrund einer Reihe gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen radikalen Siedlern und Palästinensern. Zuletzt war insbesondere das Dorf Kusra südlich von Nablus betroffen. Nach mehreren Angriffen erklärten die israelischen Streitkräfte das Gebiet zur militärischen Sperrzone.
Trotz dieser Anordnung drangen am Samstag erneut rund 15 radikale Siedler in das Gebiet ein. Soldaten trafen vor Ort ein und wiesen die Gruppe auf die geltende Sperrung hin. Daraufhin verließen die Siedler den Bereich wieder.
Die Armee kündigte unterdessen eine Untersuchung der Vorgänge rund um Kusra an. Dabei soll auch geklärt werden, weshalb es nach der Errichtung eines illegalen Außenpostens 48 Stunden dauerte, bis dieser geräumt wurde, und warum die Sicherheitskräfte nach der Rückkehr der Siedler nicht erneut gegen den Außenposten vorgingen.
Bedrohung durch radikale Siedler
Palästinensische Bewohner der Region erklärten gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender KAN, sie fühlten sich weiterhin durch radikale Siedler bedroht.
Die Vorfälle in Kusra hatten auch innerhalb Israels für Kritik gesorgt. Mehrere Vertreter der Siedlerbewegung verurteilten die Gewalt. Auch der rechtsextreme Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, äußerte sich kritisch.
Ben Gvir sagte gegenüber KAN, er bewundere zwar die Siedler, die Außenposten errichteten, fügte jedoch hinzu: »Es gibt einige unter ihnen, die wirklich aufgehalten werden müssen.«