Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Fatah-Funktionär Tayseer Nasrallah Foto: picture alliance / SZ Photo

Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Tayseer Nasrallah spricht von einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen«. Dabei handelt es sich auch um Täter, die wegen tödlicher Terroranschläge gegen Israelis verurteilt wurden

 14.04.2026 11:54 Uhr

Wenige Wochen vor dem geplanten achten Parteikongress der Fatah zeigt ein Bericht abermals die Verbindung der Bewegung zum palästinensischen Terror auf. Nach Angaben der NGO Palestinian Media Watch erklärte ein Mitglied des Fatah-Revolutionsrats in einem Fernsehinterview, Palästinenser, die mehr als 20 Jahre in israelischen Gefängnissen gesessen hätten, sollten automatisch Mitglieder des kommenden Kongresses werden.

Der Fatah-Funktionär Tayseer Nasrallah sagte demnach gegenüber dem Fatah-Sender Awdah TV, wer zwei Jahrzehnte in israelischer Haft verbracht habe, werde an dem Treffen teilnehmen. Dadurch werde der Kongress mit einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen« stattfinden. Als Beispiel nannte er Marwan Barghouti, der trotz Inhaftierung bereits in Führungspositionen der Bewegung gewählt worden sei.

Der Parteikongress gilt als zentrales Entscheidungsgremium der Fatah. Dort werden wichtige Leitlinien beschlossen sowie Mitglieder des Zentralkomitees und des Revolutionsrats bestimmt. Das letzte Treffen dieser Art fand 2017 statt.

Lesen Sie auch

Palestinian Media Watch wertet Nasrallahs Aussagen als Hinweis darauf, dass langjährige Gefangene – darunter wegen tödlicher Terroranschläge verurteilte Täter – innerhalb der Bewegung politisch aufgewertet würden.

Auch aus früheren Jahren zitiert der Bericht Aussagen, wonach auf einem Fatah-Kongress der »Kampf in all seinen Formen, einschließlich des bewaffneten Kampfes«, als Strategie bestätigt worden sei. Von europäischen Regierungen wird die mit der Fatah verbundene Palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas derweil als gemäßigt angesehen und unterstützt.

Der nächste Fatah-Kongress soll nach bisherigen Planungen im Mai stattfinden. Beobachter erwarten, dass dort auch die künftige Ausrichtung der Bewegung und interne Machtfragen eine wichtige Rolle spielen werden.

Palestinian Media Watch verbindet seinen Bericht mit der Forderung an westliche Staaten, ihre finanzielle Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde an politische Bedingungen zu knüpfen - darunter eine klare Absage an Gewalt sowie die Anerkennung Israels. im

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Meinung

Wenn der »Spiegel« mit der Hamas kuschelt

Die Hamas verkündet, einen Nachfolger für Yahya Sinwar gefunden zu haben. Für das große deutsche Nachrichtenmagazin Grund, eine Runde Sympathie und Mitgefühl zu spendieren

von Sophie Albers Ben Chamo  23.07.2026

Nachruf

»Haim Yavin. Hier enden unsere Sendungen«

Der israelische Protestkünstler Shoshke Engelmayer verabschiedet sich von einer TV-Legende seines Landes

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Plädoyer

Dem Recht vertrauen

Ohne einen unabhängigen Obersten Gerichtshof ist nicht nur Israels Demokratie, sondern der jüdische Staat selbst in Gefahr

von Awi Blumenfeld  23.07.2026

Nachrichten

Geisel, Hamas, Charedim

Kurzmeldungen aus Israel

 22.07.2026

Jerusalem

Bericht: Kabinett billigte Maßnahmen gegen Siedlergewalt

Ministerpräsident Netanjahu bezeichnet die Gewalt extremistischer Siedler gegen Palästinenser als ein »metastasierendes Krebsgeschwür«

 22.07.2026

Medallienregen

Israelische Schüler holen 13 Medaillen bei internationalen Wissenschafts-Olympiaden

Besonders erfolgreich war das israelische Team bei der Internationalen Physik-Olympiade in Kolumbien

 22.07.2026

Jerusalem

Herzog warnt vor Gewalt im Wahlkampf: »Wahlen sind kein Bürgerkrieg«

Der Präsident appelliert an Politiker, Kandidaten und Wahlkampfhelfer aller Parteien, »rote Linien« nicht zu überschreiten

 22.07.2026

Beit Lid

Nach Festnahme eines Wehrdienst-Verweigerers: Tausende Haredim demonstrieren

Einzelne Teilnehmer versuchten, einen Zaun vor dem Gefängnis niederzureißen

 21.07.2026