Kommentar

Der Angriff auf Iran war überfällig - und unausweichlich

Israels Premier Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump (Archiv) Foto: picture alliance/AP Images

Diese militärische Intervention war richtig, überfällig und unausweichlich. Seit den frühen Morgenstunden fliegen Amerika und Israel umfassende Luftschläge gegen das iranische Regime. Bei Tageslicht, mit Tomahawks und direkt auf die Macht- und Kommandostruktur der iranischen Diktatur zielend.

Noch wird es etwas dauern, bis wir Gewissheit haben, wer genau in der iranischen Führungsriege getroffen wurde, aber schon jetzt ist die Absicht dieses militärischen Einsatzes gewiss: Kurz vor dem Purimfest soll das System des gegenwärtigen Haman in Iran gestürzt werden. Das alte zivilisatorische Persien soll wieder zu Leben erweckt werden - in den Köpfen und Herzen der iranischen Zivilbevölkerung war es nie weg und wurde heimlich bewahrt, in Protesten geprägt von unfassbarem Mut trat es immer wieder hervor und jetzt soll es für alle Welt sichtbar werden.

Endlich und endgültig.

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Amerikaner, Israelis und freiheitsliebende Iraner schreiben hier gemeinsam Geschichte. Datum, Intention und Ergebnisse sind zutiefst bewegend und bahnbrechend. Die jüdische Welt wird in Kürze Purim feiern, ein Fest, das die ewige Bindung zwischen Juden und Persern zeigt.

Königin Esther rettete die Juden vor Auslöschung durch den Despoten Haman. In Kürze feiern die Iraner das Neujahrsfest Nowruz, welches das neue Kalenderjahr einleitet und viel wichtiger auf die zoroastrischen Wurzeln des Iran zurückgeht und für viele Iraner im Widerstand gegen ihre islamische Unterdrückung besonderen emotionalen Wert hat.

Es sind diese emotionalen und historischen Aspekte, die dazu führen, dass Iraner im Iran bei der Beobachtung der Luftschläge Freude empfinden.
Schulkinder springen unbeschwert in die Luft, Erwachsene brechen in Freudentränen aus, viele Videoaufnahmen zeigen lachende Menschen. Wir Iraner in der Diaspora fühlen all diese bewegenden Momente genauso.

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Obwohl ich nur sechs Jahre alt war, als wir den Iran verlassen mussten, habe ich viele Kindheitserinnerungen an diese Zeit. Eine der Lebendigsten ist ein Raketenangriff im Sommer während des ersten Golfkriegs zwischen dem iranischen Regime und dem Regime von Saddam Hussein.

Wir sind mit dem Auto aus Teheran herausgefahren und haben die Nacht mit vielen anderen Menschen draußen auf einer Wiese verbracht. So war es sicherer. An Schlaf war eigentlich nicht zu denken. Viele Gespräche und viel Zusammenhalt zwischen den Menschen fanden da statt und auch etwas absurde Normalität, weil beispielsweise junge Menschen mit ihren Taschenlampen für die Schule gelernt haben.

Warum hat jetzt jemand wie ich, die als kleines Kind einen Krieg erlebt hat, in den vergangenen sechs Wochen inständig auf eine militärische Intervention gehofft?

Warum hat jemand wie ich schon vor mehr als anderthalb Jahrzehnten die militärische Ausschaltung der Revolutionsgarden gefordert?

Weil diese Kindheitserinnerung wohl besiegelt hat, dass aus mir keine Pazifistin wurde. Weil man Islamofaschismus nicht
anders besiegen kann. Weil man ihn besiegen muss. Weil solche menschenverachtenden Regime wie das von Ajatollah Khamenei die Menschen im Iran als Geiseln genommen haben. Weil die Opfer des Massakers von 8. und 9. Januar nicht umsonst gestorben sein dürfen.

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Viel ist noch in Bewegung und viel wird noch passieren, aber was jetzt schon klar ist: Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben ihre Versprechen gehalten: Sie haben uns Iraner nicht allein gelassen.

Ja, die logistischen Vorbereitungen haben sehr viel Zeit gebraucht
und ja sie waren nicht zur Abschreckung gedacht, weil es insbesondere auf militärische Stärke ankommt, die gegenüber dieser Barbarei hilft. Stärke, die uns in ein neues Zeitalter führt. Ein Zeitalter, in dem die iranische Freiheit zurückerobert wird. Endlich!

Die Autorin ist freie Publizistin und lebt in Berlin.

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