Die israelische Armee hat ihre Untersuchung zum Hamas-Angriff auf den Kibbuz Holit am 7. Oktober veröffentlicht. Demnach drangen rund 60 Terroristen in die Ortschaft nahe dem Gazastreifen ein. Bei dem Massaker wurden 13 Zivilisten ermordet, drei Soldaten fielen im Kampf. Zudem wurden neun Menschen als Geiseln verschleppt.
Nach Angaben des Militärs wurden sechs Entführte in den Gazastreifen gebracht. Drei weitere Geiseln seien noch am selben Tag von israelischen Sicherheitskräften gerettet worden, heißt es in dem abschließenden Bericht. Etwa 20 der Angreifer seien während der Gefechte getötet worden.
Den Untersuchungsergebnissen zufolge überschritten die Terroristen gegen 6.29 Uhr die Grenze nach Israel und bewegten sich in Richtung Holit. Soldaten an der Grenzanlage eröffneten das Feuer und versuchten, das Eindringen zu stoppen. Ein Panzer habe über mehrere Stunden hinweg Terroristen, Fahrzeuge und Motorräder bekämpft.
Bewohner leisteten Widerstand
Trotzdem gelang es Angreifern wenig später, den östlichen Zaun des Kibbuz zu sprengen und in den Ort einzudringen. Dort begannen sie nach Armeeangaben mit Morden, Entführungen, Brandstiftung und Plünderungen.
Da reguläre Truppen zunächst nicht vor Ort waren, versuchten Mitglieder des örtlichen Sicherheitsteams gemeinsam mit Bewohnern, die Terroristen abzuwehren. Mehrere eingeschlossene Einwohner konnten aus ihren Häusern gerettet werden.
Im Verlauf des Morgens wurden sechs Menschen von einer Milchfarm des Kibbuz verschleppt, darunter vier Israelis und zwei ausländische Arbeitskräfte. Ein weiterer ausländischer Arbeiter wurde ermordet.
Stundenlange Gewalt im Kibbuz
Mehrere Familien wurden in ihren Häusern angegriffen. In einzelnen Fällen versteckten sich Kinder in Schränken oder Schutzräumen, bis sie später von Nachbarn oder Soldaten gerettet werden konnten.
Zwischen dem Vormittag und frühen Nachmittag zogen die Terroristen laut Bericht durch zahlreiche Häuser, verwüsteten Eigentum, steckten Gebäude in Brand und beschädigten Fahrzeuge. Immer wieder kam es zu Feuergefechten.
Ein stellvertretender Kommandeur des Sicherheitsteams habe sein Haus mehrfach gegen Angreifer verteidigt, einen Terroristen erschossen und einen weiteren verletzt, heißt es in dem Dokument.
Armee traf erst am Nachmittag ein
Erst gegen 13.53 Uhr drangen größere IDF-Einheiten in den Kibbuz ein und begannen mit systematischen Durchsuchungen. Spezialkräfte, Infanterieeinheiten und Panzer wurden hinzugezogen. Bei weiteren Kämpfen fiel ein Soldat, mehrere wurden verletzt.
Drei Zivilisten, darunter zwei Kleinkinder, wurden nach Armeeangaben von den Terroristen zunächst als Geiseln genommen. Später seien sie nahe dem Grenzzaun freigelassen worden und stundenlang zu Fuß zurück nach Holit gelaufen.
Noch bis zum 12. Oktober durchkämmten israelische Kräfte das Gebiet. In Obstplantagen nahe dem Kibbuz wurden weitere Terroristen entdeckt und getötet. Zudem fanden Soldaten die Leichen mehrerer Vermisster.
Die sterblichen Überreste des Kommandeurs des örtlichen Sicherheitsteams wurden laut Armee erst am 12. Oktober entdeckt. Sein Stellvertreter blieb bis dahin im Kibbuz, bis alle Vermissten gefunden wurden. im