Wahlen

Bennett und Lapid gründen gemeinsames Wahlbündnis

Naftali Bennett und Jair Lapid am Sonntag bei ihrer Pressekonferenz Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Israels frühere Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Yair Lapid ziehen gemeinsam in die nächste Parlamentswahl. Beide kündigten ein neues Bündnis an, das unter Bennetts Führung antreten soll. Ziel sei ein Regierungswechsel bei der spätestens bis Ende Oktober anstehenden Knesset-Wahl.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Sonntag erklärten Bennett und Lapid, sie wollten das politische Lager jenseits von Benjamin Netanjahu bündeln. Bennett sprach von einem »zionistischen und patriotischen Schritt« und sagte, »die Zeit der Spaltung ist vorbei«. Man gehe gemeinsam in den Wahlkampf, um zu gewinnen.

Lapid erklärte, seine Partei stelle persönliche Interessen zurück, um einen Machtwechsel zu ermöglichen. »Um die Wahl zu gewinnen, muss das gesamte politische Zentrum hinter Naftali Bennett stehen«, sagte er. Angestrebt werde eine stabile Regierung aus Mitte und rechter Mitte - ohne Extremismus und ohne Sonderrechte für Wehrdienstverweigerer.

Einladung an Eisenkot

Zugleich warb Bennett um den früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot, der mit seiner eigenen politischen Kraft antritt. »Unsere Tür steht auch für dich offen«, sagte Bennett in dessen Richtung. Eisenkot reagierte wohlwollend und erklärte, das gemeinsame Ziel sei der Sieg bei der kommenden Wahl sowie der notwendige politische Wandel im Land.

Lesen Sie auch

Auch Benny Gantz begrüßte die neue Allianz. Israel brauche eine breite zionistische Einheitsregierung, die extreme Kräfte ausschließe, erklärte er.

Scharfe Angriffe aus Netanjahus Lager

Aus dem Regierungslager fielen die Reaktionen deutlich härter aus. Netanjahus Likud veröffentlichte ein Video mit dem Hinweis: »Sie haben es einmal getan, sie werden es wieder tun« - eine Anspielung auf die Bennett-Lapid-Koalition von 2021, die damals auch von der arabischen Ra’am-Partei unterstützt wurde.

Likud sowie mehrere Minister verbreiteten zudem KI-generierte Bilder, auf denen Ra’am-Chef Mansour Abbas gemeinsam mit Bennett und Lapid dargestellt wurde. Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir warf dem neuen Bündnis vor, erneut »das Land an die islamische Bewegung zu verkaufen«.

Bennett setzt auf neues Profil

Bennett galt lange als Vertreter des nationalreligiösen und siedlernahen rechten Lagers. In den vergangenen Jahren rückte er politisch jedoch stärker in die Mitte. Zuletzt sprach er sich unter anderem für öffentlichen Nahverkehr am Schabbat und für die Zivilehe aus.

Gleichzeitig betonte er nun, eine künftige Koalition unter seiner Führung werde sich ausschließlich auf zionistische Parteien stützen. »Wir gehören weder zum linken noch zum rechten Block, sondern zum Block der gesamten israelischen Nation«, sagte Bennett. im

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026

Regierungsbildung

Israels Oppositionschefs treffen sich zu Gesprächen

Avigdor Liberman soll sich mit Gadi Eisenkot getroffen haben, Yair Golan sprach mit der Gemeinsamen Liste. Der Likud schließt unterdessen eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten aus

 01.11.2026

Gadi Eisenkot spricht in der Wahlnacht vor Anhängern

Regierungsbildung in Israel

Eisenkot nennt vier Bedingungen für mögliche Koalitionspartner

Der Yashar-Chef will die neue Knesset-Mehrheit rasch nutzen und lädt jeden Abgeordneten zur Zusammenarbeit ein, der seine Grundsätze akzeptiert

 01.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Nahost

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran stellt ein führender Oppositionspolitiker die politische Legitimation Netanjahus für eine neue militärische Auseinandersetzung infrage

 01.11.2026

Isaac Herzog spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Regierungsbildung

Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an

Keines der politischen Lager in Israel erreicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Nun liegt die Initiative bei Präsident Herzog. Wer erhält den ersten Auftrag zur Regierungsbildung?

 01.11.2026

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026

Umfrage

Mehrheit der Oppositionswähler befürwortet Regierungskoalition mit arabischer Partei

Befragt wurden Anhänger von Yashar, B’Yachad, der Demokraten sowie Yisrael Beitenu. Was denken diese Wähler?

 30.10.2026

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

von Sabine Brandes  29.10.2026