Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

Präsident Isaac Herzog bei der Veranstaltung zum Jom Haazmaut Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Israels Präsident Isaac Herzog hat bei der traditionellen Zeremonie zum Unabhängigkeitstag die Leistungen der Streitkräfte gewürdigt und von einem außergewöhnlichen Kapitel der Landesgeschichte gesprochen. Die Soldaten hätten Kämpfe geführt, »die künftige Generationen studieren werden«. Alle namhaften Medien in Israel berichteten.

Die Veranstaltung in der Jerusalemer Präsidentenresidenz stand ganz im Zeichen der vergangenen zweieinhalb Kriegsjahre seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023. Geehrt wurden 120 besonders ausgezeichnete Soldaten.

In seiner Rede sagte Herzog an die ausgezeichneten Soldaten gerichtet: »Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden.«

»Beste Söhne und Töchter«

Weiter erklärte er: »Es ist schlicht unglaublich, was ihr in den vergangenen zweieinhalb Jahren durchgemacht habt. Wir sind alle mit Geschichten über Heldentum aufgewachsen – aber diese Generation übertrifft sie alle.«

Zugleich erinnerte Herzog an die weiterhin angespannte Sicherheitslage. »Auch in diesen Momenten stehen neben den ausgezeichneten Soldaten Zehntausende unserer besten Söhne und Töchter an vielen Fronten und verteidigen uns alle.«

Lesen Sie auch

Herzog betonte, es sei der erste Unabhängigkeitstag, an dem sich keine lebenden oder toten israelischen Geiseln mehr im Gazastreifen befänden. »Vor einem Jahr haben wir gebetet und gehofft, und Gott sei Dank gibt es nirgendwo mehr Geiseln.«

Emotionaler Höhepunkt

Unter den Geehrten war auch die frühere Hamas-Geisel Mia Leimberg, die 53 Tage festgehalten wurde und inzwischen in einer Technologieeinheit der israelischen Luftwaffe dient.

Ein emotionaler Höhepunkt der Feier war der gemeinsame Klavierauftritt der freigelassenen Geisel Alon Ohel und des verwundeten Soldaten Dvir Bublil. Ohel war 738 Tage in Gaza gefangen. Er sagte: »Ich war dort 50 Meter unter der Erde, mit gefesselten Beinen, sah buchstäblich wie eine Leiche aus – und ich konnte nur von Momenten wie diesem träumen.«

Weiter erklärte er: »Um die Zeit zu überstehen, stellte ich mir vor, auf einer Bühne wie dieser zu sitzen und zu singen ... und jetzt geschieht es wirklich.«

»Sofort und mit aller Härte«

Bublil, der am 7. Oktober schwer verletzt wurde, schilderte seine Gefühle nach dem Erwachen. »Du bist nicht verantwortlich, aber du fühlst, als hättest du versagt. Du hast das Land und Menschen nicht geschützt, die du gar nicht kennst, aber liebst.«

Armeechef Eyal Zamir erklärte bei der Veranstaltung, Israels Militär sei bereit, bei einem Zusammenbruch der Waffenruhen mit dem Libanon oder dem Iran »sofort und mit aller Härte« in die Kämpfe zurückzukehren. im

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Safed

Festgenommene Hisbollah-Terroristen in zivilem Krankenhaus in Nordisrael behandelt

Im Ziv Medical Center in Safed waren die libanesischen Patienten einem Zeitungsbericht zufolge gefesselt und wurden rund um die Uhr von Soldaten bewacht

 19.06.2026

Fußball

»Ich weiß, wer Weltmeister wird«

Uri Geller über die Weltmeisterschaft, den Gewinner des Turniers und seinen fatalen Einfluss auf einen verschossenen Elfmeter bei der EM 1996

von Detlef David Kauschke  19.06.2026

Jerusalem

Ehemalige Geisel berichtet von sexuellem Missbrauch durch Hamas-Terroristen

In einem Gespräch mit Israels First Lady Michal Herzog schildert der junge Israeli mehrere Übergriffe

 19.06.2026

Umfrage

Mehrheit der Israelis misstraut Trump bei Iran-Abkommen

Was denken Bürger über die Wahrung der Interessen des jüdischen Staates durch den amerikanischen Präsidenten? Wie sehen sie Ministerpräsident Netanjahus Rolle in Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt?

 19.06.2026

Berlin

Merz lehnt Apartheid-Vergleich entschieden ab

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Israel mit einem Apartheid-System verglichen. Merz widerspricht sehr deutlich

 18.06.2026

Washington

US-Vize Vance verbittet sich israelische Kritik an Trump

Aus der israelischen Regierung wird Kritik laut – nicht nur am Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, sondern auch an Präsident Trump. Dessen Vize kann mit damit allerdings gar nichts anfangen

 18.06.2026

Nachrichten

Quallen, Rauchen, Gesetz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  18.06.2026

BDS

Boykottversuch gegen israelische Stadtbahn gescheitert

Eine spanische Gewerkschaft fordert von der Firma CAF, die Arbeiten an den Tel Aviver Wagen einzustellen. Doch die weigert sich standhaft

von Sabine Brandes  18.06.2026