Israel

Willkommen im Wahlkampf

Naftali Bennett von »Bejachad« Foto: Flash 90

In Israel hat der Wahlkampf begonnen. Auf Hochtouren bereiten sich die Parteien auf die Parlamentswahlen vor, die spätestens im Oktober abgehalten werden müssen. Auch der ehemalige Premierminister Naftali Bennett, der sich eigentlich aus der Politik zurückgezogen hatte, arbeitet an einem Comeback und stellte erste Namen für die Wahlliste seiner neuen Partei vor. Er nominierte die ehemaligen Spitzen­beamtinnen Keren Terner und Liran Avisar Ben-Horin. Beide empfänden eine »tiefe Liebe zum Land und seinen Bürgern«, schrieb Bennett auf X.

Der 54-Jährige positioniert sich klar als Herausforderer von Premier Benjamin Netanjahu und versucht, Wähler aus dem moderaten rechten Lager ebenso anzusprechen wie Israelis aus der politischen Mitte, die einen Regierungswechsel wollen. 2021 war ihm eine politische Überraschung gelungen, indem er eine ideologisch ungewöhnlich breite Koalition aus acht rechten, zentristischen und linken Parteien bildete. Damals wurde er Premierminister in Rotation mit Yair Lapid, Vorsitzender der Mitte-Partei Jesch Atid. Zudem war erstmals eine arabische Partei Teil einer Koalition. Die Allianz erwies sich jedoch als fragil. Interner Streit und Spaltung innerhalb der Koalition führten bereits ein Jahr nach der Regierungsbildung zu deren Zusammenbruch.

Likud hat an Zustimmung verloren

Auch der frühere Generalstabschef Gadi Eizenkot mischt den Wahlkampf zunehmend auf. Er hat eine eigene politische Bewegung mit dem Namen »Jaschar« (Geradeaus) gegründet und positioniert sich im moderaten zentristischen Lager. Sein Aufstieg könnte die Dynamik im Oppositionslager verändern und bei möglichen Koalitionsverhandlungen eine zentrale Rolle spielen. Demoskopen zufolge könnte Eisenkot sogar auf eine zweistellige Zahl von Sitzen in der Knesset kommen.

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Umfragen der vergangenen Woche zufolge hat Netanjahus Likud-Block nach der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Waffenruhe mit dem Iran an Zustimmung verloren. Zwar holen die Oppositionsparteien auf, würden derzeit aber immer noch knapp die absolute Mehrheit verfehlen. Laut einer Umfrage des Senders »Kan« kämen die zionistischen Anti-Netanjahu-Parteien derzeit auf 59 Sitze, laut Kanal 12 auf 60 und laut Kanal 13 auf 55 Sitze in der Knesset.

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