Politik

»Geradeaus« mit Gadi Eizenkot

Vorsitzender der neuen Partei »Jaschar«: Gadi Eisenkot Foto: Flash 90

Geradeaus gehen, aufrichtig und direkt sein: Für all das steht das hebräische Wort »Jaschar«. Und das ist auch der Name der neuen Partei des ehemaligen Stabschefs der israelischen Armee, Gadi Eizenkot. Die Gründung gab er jetzt bekannt.

»Die Mitgliedschaft in Jaschar ist eine persönliche und nationale Verpflichtung«, sagte Eizenkot bei der Bekanntgabe. Die Partei werde »als Quelle der Wiederherstellung, Heilung und Hoffnung für die israelische Gesellschaft dienen«.

Gründungsmitglieder sind weltweit bekannt

Bislang besteht sie aus 120 Gründungsmitglieder, darunter in Israel und weltweit bekannte Namen aus dem Hightech-, Wirtschafts- und Sicherheitssektor. Mit dabei sind unter anderem Wix-Gründer Nir Zohar, Wirtschaftsexperte Manuel Trajtenberg, der einstige Minister für religiöse Angelegenheiten Matan Kahana sowie Shir Siegel, die Tochter der freigelassenen Geiseln Aviva und Keith Siegel.

Vor seinem Rücktritt aus der Knesset im Juni war Eizenkot Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der Partei Blau-Weiß, der Benny Gantz vorsitzt. Seit seinem Austritt führt Eizenkot Berichten zufolge Gespräche mit oppositionellen Abgeordneten, um die Bildung einer neuen Führung in Israel vor den nächsten Wahlen zu besprechen. In einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan im August hatte er betont, er werde »alles tun, um sicherzustellen, dass diese destruktive Regierung nicht im Amt bleibt«.

Gadi Eizenkot: »Die Bürger Israels verdienen eine Führung, die mit Integrität und Engagement für unsere gemeinsame Zukunft arbeitet.«

»Die Sicherheit und die nationalen Interessen des Staates Israel werden über alle anderen Erwägungen gestellt«, führte Eizenkot aus und betonte gleichfalls, dass die Partei »eine breite Regierungsalternative schaffen und als Grundlage für weitere Vereinigungen dienen werde, um die Existenz Israels als jüdischer, demokratischer und starker Staat im Geiste der Unabhängigkeitserklärung zu sichern«. Die Bürger Israels würden eine Führung verdienen, die »mit Integrität und Engagement für unsere gemeinsame Zukunft« arbeitet.

Eizenkot ist in Israel ein hoch angesehener militärischer und politischer Anführer, der sein Leben in den Dienst des Staates gestellt hat. Sein Sohn Gal (25) starb in Gaza bei einer missglückten Geiselbefreiungsaktion, nur kurze Zeit darauf fiel auch sein Neffe Maor Cohen Eizenkot mit erst 19 Jahren beim Kampf gegen die Hamas. Sein Sohn und andere Soldaten hätten aufgrund der politischen und ideologischen Erwägungen der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit ihrem Leben bezahlt, erklärte Eizenkot im August.

Entsprechend der Satzung wird er während der Gründungsphase und bis ein Jahr nach den Wahlen 2026 vorübergehend den Vorsitz führen und ihre Mitglieder ernennen, berichtete Kan.

Block des Wandels soll Regierung ablösen

Im Anschluss an die Ankündigung gratulierte ihm Oppositionsführer Yair Lapid. »Gemeinsam werden wir handeln, erfolgreich sein und den Kurs des Staates Israel ändern«, sagte er.

In der vergangenen Woche hatten sich die beiden Politiker getroffen, um einen »Blocks des Wandels« einzuberufen. Diesem Block gehören neben Lapid und Eizenkot auch Gantz, der ehemalige Premierminister Naftali Bennett, der Vorsitzende der Partei Israel-Beiteinu Avigdor Liberman und Yair Golan, Vorsitzender der Demokraten, an.

Ehemalige Geiseln

Wenn aus Ketten Freudentänze werden

Hennafeier von Eliya Cohen und Ziv Abud: Das Paar feiert seine Liebe und bereitet sich auf die Hochzeit im August vor

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gesundheit

Rezept gegen die Pillen

Neue Vorschriften sollen den Missbrauch opioidhaltiger Medikamente eindämmen. Israel führt weltweit beim Pro-Kopf-Konsum

von Sabine Brandes  03.07.2026

Wirtschaft

So viele Millionäre gibt es in Israel

Ein Überblick

von Sabine Brandes  03.07.2026

Kriminalität

Vier Tote in 24 Stunden

Nur 12 Prozent aufgeklärt: Israels arabische Gemeinde sieht sich einer immer weiter eskalierenden Welle der Gewalt gegenüber

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gazastreifen

Israelische Armee tötet Entführer von Daniel Perez

Muhammad Na’im Jandiya überfiel mit einer Nukhba-Einheit den Kibbuz Nahal Oz

 03.07.2026

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026