In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Die katholische Wochenzeitung »Die Tagespost« kooperiert in dieser Woche mit der »Jüdischen Allgemeinen«. Alle Abonnenten erhalten die »Jüdische Allgemeine«, die ebenfalls immer am Donnerstag erscheint, gratis dazu, wie die Zeitungen mitteilten. »Die Tagespost« enthält außerdem einen Gastbeitrag des Chefredakteurs der »Jüdischen Allgemeinen«, Philipp Peyman Engel.

Mit der Aktion setze man ein Zeichen gegen Antisemitismus und für die jüdisch-christlich geprägte Kultur Europas, erklärte »Tagespost«-Sprecher Mirco Weiß. Der Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe auch in Deutschland massiven Antisemitismus offengelegt. Chefredakteurin Franziska Harter sagte, Juden und Christen eine der Glaube an einen liebenden Gott und der gemeinsame Auftrag, für Menschenwürde einzustehen.

Juden als »ältere Brüder« der Christen

Engel schreibt in seinem Gastbeitrag, seit dem Überfall der Hamas erreichten ihn immer wieder solidarische Zuschriften. Diese kämen allerdings meistens von christlichen Lesern. Sein Gastbeitrag solle daher auch ein Dank an sie sein. Als besonders alarmierend bezeichnete er einen »israelbezogenen Menschenhass« in Deutschland. Viele Juden im Land fühlten sich von der eigenen Heimat entfremdet.

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Zudem erinnerte Engel an Papst Johannes Paul II., der die Juden vor 40 Jahren bei seinem Besuch der Synagoge in Rom als die »älteren Brüder im Glauben« der Christen bezeichnet hatte. »Er hatte Recht: Christen und Juden verbindet ungemein viel. Historisch, theologisch, menschlich - und nicht zuletzt auch der nicht unkritische, aber unvoreingenommene und faire und kompetente Blick auf den jüdischen Staat, der Heimstatt von Millionen von ›älteren Brüdern im Glauben‹«, so der Chefredakteur.

Den Angaben zufolge ist der Zeitpunkt der Kooperation bewusst zum 40. Jahrestag des Synagogen-Besuchs des Papstes gewählt. Die Leser der Zeitung »Die Tagespost« sollten die gemeinsame Erscheinung als Einladung sehen, um die »Jüdische Allgemeine« kennenzulernen und gemeinsam ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen, erklärte die katholische Wochenzeitung.

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