Reisen

Internationale Airlines bleiben weiter weg

Wizz Air auf dem Ben-Gurion-Flughafen Foto: Flash90

Die Himmel über Nahost bleiben weiterhin unberechenbar. Das sieht zumindest die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) so. Sie verlängerte ihre sogenannte »Conflict Zone Advisory« (Empfehlung für Konfliktzonen) erneut und empfiehlt Airlines aus der EU weiterhin, den Luftraum über Israel sowie über Teilen des Nahen Ostens und der Golfregion zu meiden. Die ausländischen Gesellschaften kehren also vorerst nicht auf die Route Israel zurück.

»Solange die Sicherheitslage im Luftraum über Israel und Teilen des Nahen Ostens nicht stabil und vorhersehbar ist, bleibt es aus Sicht der europäischen Luftfahrtaufsicht nicht vertretbar, reguläre zivile Flugverbindungen uneingeschränkt zu empfehlen«, erklärte die EASA.

Die Maßnahme, die ursprünglich befristet bis zum 24. April 2026 galt, wurde nun bis mindestens 1. Mai verlängert. Dann soll die Lage erneut bewertet werden. In ihrer Begründung verweist die EASA auf »andauernde militärische Aktivitäten« in der Region.

Die meisten Airlines folgen der Einschätzung

Die Empfehlung ist für alle Airlines in den 27 EU-Mitgliedstaaten maßgeblich, da die EASA als Regulierungsbehörde unter der Verantwortung der Europäischen Kommission agiert. Zwar bleibt es einzelnen Staaten und Fluggesellschaften formal überlassen, Flüge dennoch durchzuführen, doch in der Praxis folgen die meisten Airlines der Einschätzung. »Sicherheit hat für uns oberste Priorität«, heißt es regelmäßig in Stellungnahmen europäischer Fluggesellschaften, die ihre Entscheidungen mit den internationalen Risikoanalysen begründen.

Entsprechend bleiben die meisten europäischen Airlines vorsichtig. Die Lufthansa Group, inklusive Swiss und Austrian Airlines, hat ihre Flüge nach Israel mindestens bis Anfang Mai ausgesetzt.

Auch der ungarische Billiganbieter Wizz Air verschob die geplante Wiederaufnahme auf frühestens den 4. Mai. Andere Fluggesellschaften rechnen sogar erst im Sommer oder sogar noch später mit einer Rückkehr in den israelischen Markt. Parallel dazu fliegen wenige internationale Anbieter weiterhin regelmäßig nach Tel Aviv, darunter flyDubai, Ethiopian Airlines und Etihad Airways.

EASA: »Solange die Sicherheitslage im Luftraum über Israel und Teilen des Nahen Ostens nicht stabil und vorhersehbar ist, ist es nicht vertretbar, reguläre zivile Flugverbindungen zu empfehlen.«

Die Einschränkungen betreffen nicht nur Israel selbst. Die EASA empfiehlt weiterhin, große Teile des regionalen Luftraums nicht als Transitstrecken zu nutzen. Konkret betrifft das die Luftkorridore über Bahrain, Iran, Irak, Jordanien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die laut Empfehlung »nicht als Transitrouten empfohlen werden«.

In Saudi-Arabien und Oman sind Flüge hingegen unter bestimmten Höhenlagen weiterhin möglich. Die Folge sind längere Flugzeiten, höhere Kosten und eine komplexere Routenplanung für internationale Verbindungen zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten.

Auch die US-amerikanischen Fluggesellschaften reagieren zurückhaltend. Delta Air Lines, United Airlines und American Airlines haben bereits angekündigt, ihre Verbindungen nach Tel Aviv frühestens im September wieder aufzunehmen. Damit bleibt der transatlantische Flugverkehr nach Israel über Monate hinweg stark eingeschränkt, was insbesondere Geschäftsreisende und den Tourismussektor belastet.

Israelische Luftfahrtbranche will eigene Kapazitäten ausbauen

Währenddessen versucht die israelische Luftfahrtbranche, eigene Kapazitäten auszubauen. Israir will erstmals Langstreckenflüge anbieten. Geplant ist eine direkte Verbindung zwischen dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv und dem New Yorker JFK Airport. Auch die israelische Airline Arkia bedient die Strecke nach New York.

Nach aktuellem Stand soll die Strecke von Israir Ende Juli mit einem täglichen Flug aufgenommen werden. Brancheninsider rechnen mit Einstiegspreisen von etwa 1500 US-Dollar für Hin- und Rückflug, abhängig unter anderem von den Kerosinpreisen. Noch steht allerdings die endgültige Genehmigung durch die israelische Zivilluftfahrtbehörde aus.

Der Schritt von Israir erfolgt in einer Phase, in der der Wettbewerb auf der wichtigen Strecke Tel Aviv – New York stark eingeschränkt ist. Seit Beginn des Krieges im Oktober 2023 haben US-Airlines ihre Verbindungen zeitweise ausgesetzt oder stark reduziert. In vielen Phasen blieb El Al nahezu alleiniger Anbieter auf mehreren Langstreckenrouten.

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