Meitar

»Alles Lachen ist verschwunden«: Letzte Geisel Ran Gvili beigesetzt

Itzik Gvili, der Vater von Ran Gvili, und Benjamin Netanjahu bei der Beerdigung Foto: copyright (c) Flash90 2026

Mit großer Anteilnahme ist der israelische Polizist Ran Gvili in seinem Heimatort Meitar beigesetzt worden. Der 24-Jährige war das letzte Opfer der Hamas-Geiselnahmen vom 7. Oktober, dessen sterbliche Überreste erst jetzt aus dem Gazastreifen nach Israel zurückgebracht werden konnten. Tausende Menschen nahmen an der Trauerfeier teil, darunter zahlreiche Spitzenpolitiker. »The Times of Israel« und andere Publikationen in Israel berichteten.

Gvili, Angehöriger einer Eliteeinheit der israelischen Polizei, war am Tag des Hamas-Überfalls trotz einer Schulterverletzung freiwillig in den Einsatz gegangen. Er kämpfte stundenlang gegen Terroristen in der Nähe des Kibbuz Alumim, bevor er fiel. Seine Leiche wurde erst mehr als zwei Jahre später von israelischen Soldaten gefunden und nach Israel gebracht.

Die Beisetzung war die erste einer ehemaligen Geisel, an der Ministerpräsident Benjamin Netanjahu persönlich teilnahm. Neben ihm waren unter anderem Präsident Isaac Herzog, Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, Knesset-Sprecher Amir Ohana sowie der sefardische Oberrabbiner David Josef anwesend. Entlang der Straßen begleiteten hunderte Israelis mit Fahnen den Trauerzug.

»Wie ein Pfeil ins Herz«

Gvilis Mutter Talik zeichnete das Bild ihres Sohnes als Teil einer Reihe gefallener israelischer Helden und richtete sich mit scharfen Worten an Israels Feinde. »Ihr wolltet uns einschüchtern – schaut, was von euch übrig ist, und ihr werdet sehen, was von euch bleiben wird«, sagte sie. Zugleich betonte sie: »Ich bin Talik Gvili, eine stolze, stolze Mutter.«

Auch Gvilis Vater Itzik schilderte die emotionale Wucht des Moments, als der Sarg geöffnet wurde. Zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren habe er seinen Sohn berühren können. »Es war jede Sekunde des Wartens wert«, sagte er.

Besonders bewegend war die Rede der jüngeren Schwester Shira. Unter Tränen beschrieb sie, wie sehr der Verlust ihren Alltag verändert habe. »Der Wald ist nicht mehr derselbe, schöne Kleidung fühlt sich anders an, und Schnitzel wird nie wieder gleich schmecken«, sagte sie. »Alles Lachen ist verschwunden.« Jedes Motorrad erinnere sie an ihren Bruder – manchmal mit einem Lächeln, manchmal »wie ein Pfeil ins Herz«.

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»Gerechte Strafe« für Terroristen

Shira berichtete auch von ihrem Einsatz auf internationaler Bühne, um die Rückführung ihres Bruders zu erreichen. »Ich war bei den Vereinten Nationen, im Kongress, im Weißen Haus – alles auf Englisch. Ich habe das alles nur getan, damit du zurückkommst.«

Präsident Herzog wählte einen versöhnlichen Ton. Mit der Rückkehr Gvilis könne Israel beginnen, als Gesellschaft zu heilen. »Ein ganzes Volk blickt heute auf dich«, sagte er. Nun müsse das Land »das nächste Kapitel unserer Existenz aufschlagen – stark, geeint und überzeugt von unserem Weg«.

Netanjahu nutzte seine Rede, um Israels Ziel zu bekräftigen, die Hamas zu zerschlagen. Ran Gvili habe am 7. Oktober 14 Terroristen getötet und sei selbst zweimal getroffen worden. Der Applaus aus dem Publikum war deutlich hörbar. Sicherheitsminister Ben-Gvir rief zur Zerstörung der Hamas auf und sprach von der »gerechten Strafe« für Terroristen, die »unsere Frauen vergewaltigt und unsere Kinder ermordet haben«.

Salutierende Polizeibeamte

Oberrabbiner Josef zog einen historischen Vergleich und setzte Gvilis Kampf mit dem jüdischen Freiheitskämpfer Bar Kochba gleich. Er sprach von einem »Wunder«, dass Gvilis Körper unversehrt nach Israel zurückgekehrt sei.

Unter den Trauergästen waren auch mehrere ehemalige Geiseln sowie Vertreter verschiedener Initiativen, die sich für die Rückkehr der Entführten eingesetzt hatten. Zudem sprach Leo Terrell, ein Beauftragter von US-Präsident Donald Trump. Er überbrachte eine Botschaft aus Washington: »Ihr habt einen Verbündeten in Amerika. Ihr werdet den Kampf gegen den Hass niemals allein führen.«

Die Trauerfeier fand auf dem Sportplatz von Meitar statt – demselben Ort, an dem die Gemeinde Woche für Woche Kundgebungen für Gvilis Freilassung abgehalten hatte. Am Ende salutierten Polizeibeamte, als der Sarg zum örtlichen Friedhof getragen wurde. Die Gemeinde, in der Ran Gvili aufgewachsen war, erwies ihm schweigend die letzte Ehre. im

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