Sachsen-Anhalt

Szenische Lesung zu jüdischer Familie Cohn in Wörlitz

Blick auf die Synagoge des Wörlitzer Parks. Sie wurde zwischen 1789 und 1790 errichtet. Das Gartenreich gehört zum UNESCO-Welterbe. Foto: picture alliance / dpa-Zentralbild

Mit einer szenischen Lesung will eine Initiative am Samstag in Wörlitz in Sachsen-Anhalt an die jüdische Familie Cohn erinnern. Unter dem Titel »Familie Cohn - die Wohltäter von Anhalt« erinnern die Evangelische Landeskirche Anhalts, der Kulturbund Wörlitz und andere Akteure unter anderem an die historischen Persönlichkeiten Moritz von Cohn und Julie von Cohn-Oppenheim, wie die Landeskirche am Montag in Dessau-Roßlau mitteilte.

Zu den Akteuren zählen demnach unter anderem die Pfarrer Peggy Rotter und Dietrich Bungeroth. Während der szenischen Lesung werde die Historie der beiden jüdischen Persönlichkeiten mit einer Zeitreise ins 18., 19. und 20. Jahrhundert dargestellt. Dabei würden nicht nur die Zeiten der Toleranz und Achtung erwähnt, sondern auch die der Intoleranz und Zerstörung, hieß es.

Jüdisches Leben gab es in Wörlitz vom 17. bis zum 19. Jahrhundert

Der Kulturbund Wörlitz hat den Angaben zufolge Erinnerungstafeln an früheren Wohnhäusern von jüdischen Familien angebracht. Der Weg »Toleranz mit Franz«, der an Fürst Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt-Dessau (1740-1817) erinnert, verbindet nach Angaben der Landeskirche diese Orte und erzählt ihre Geschichte.

Jüdisches Leben gab es in Wörlitz vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Die anhaltischen Fürsten hatten demnach den reisenden Juden erlaubt, einen Hausstand zu gründen und Handel zu treiben. Im Wörlitzer Park gibt es eine kleine Synagoge, die bis heute erhalten geblieben ist.

Die Grabsteine des 1938 zerstörten jüdischen Friedhofes wurden erst 1987 aufgefunden und stehen heute in der Gedenkstätte im Bergstückenweg. epd 

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