Frankfurt am Main

Marek Lieberberg wird 80 – Ein Leben für die große Bühne

Marek Lieberberg Foto: picture alliance/dpa

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg feiert heute, am 7. Mai, seinen 80. Geburtstag. Kaum ein anderer hat die Live-Musiklandschaft in Deutschland über Jahrzehnte so geprägt wie er. Sein Name ist untrennbar mit Festivals wie Rock am Ring verbunden – und mit der Erfolgsgeschichte internationaler Rock- und Popkonzerte hierzulande.

Lieberberg wurde 1946 in Frankfurt am Main geboren, in einem Lager für jüdische Vertriebene. Seine Eltern hatten den Holocaust überlebt, große Teile der Familie wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Die Erfahrungen der Nachkriegszeit prägten ihn nachhaltig.

Zunächst schlug er eine journalistische Laufbahn ein und arbeitete unter anderem für die Nachrichtenagentur Associated Press. Doch Ende der 1960er Jahre wechselte er die Richtung – und fand seine eigentliche Berufung im Konzertgeschäft. Bereits 1969 organisierte er erste Veranstaltungen, kurz darauf gründete er gemeinsam mit Partnern eine Agentur.

Rock am Ring und internationale Stars

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Lieberberg zu einem der wichtigsten Konzertpromoter Europas. Mit der Gründung von Rock am Ring im Jahr 1985 setzte er einen Meilenstein: Das Festival am Nürburgring wurde zu einem der größten und bekanntesten Open-Air-Events des Kontinents.

Über seine Agenturen brachte Lieberberg zahlreiche Weltstars nach Deutschland, darunter den ebenfalls jüdischen Sänger und Songschreiber Bob Dylan, aber auch Künstler wie Bruce Springsteen, Madonna oder U2. Auch nationale Größen wie Herbert Grönemeyer oder Helene Fischer gehörten zu seinem Portfolio.

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Neben klassischen Rock- und Popkonzerten war er auch an Großereignissen beteiligt, etwa am Berliner Konzert von Live 8 im Jahr 2005. Später übernahm er Führungsaufgaben beim internationalen Veranstalter Live Nation Entertainment für den deutschsprachigen Raum.

Haltung und Kontroversen

Lieberbergs Karriere war stets von klaren Positionen begleitet. Er engagierte sich gegen Rechtsextremismus und organisierte Anfang der 1990er Jahre ein großes Benefizkonzert als Reaktion auf fremdenfeindliche Gewalt in Deutschland.

Gleichzeitig scheute er Konflikte nicht. So verteidigte er Auftritte von Künstlern wie Roger Waters: »Wissen Sie, ich habe mich viele Jahrzehnte mit Roger Waters herumgeplagt«, sagte er vor einem Jahr der Jüdischen Allgemeinen. »Seine persönliche, klar antisemitische, antiisraelische Haltung kam erst später zum Ausbruch, als er solo aufgetreten ist, aber noch die Klassiker aus dem Katalog von Pink Floyd spielte. Der Unterschied ist, dass wir es hier mit einem Künstler zu tun haben, dessen Songs keine antisemitischen Sentenzen enthalten.«

Lieberberg zeigt sich jedoch besorgt über die gesellschaftliche Entwicklung: »Ich bin erstaunt, in welch massiver Weise und wie offen der Antisemitismus hervortritt.« Dem müsse entschieden entgegengetreten werden: »Jeder von uns muss dem Antisemitismus entgegentreten, wo immer das möglich ist.«

Ein prägender Akteur der Musikbranche

Auch im hohen Alter bleibt Lieberberg eine prägende Stimme der Branche. Für seine Verdienste wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem Preis für sein Lebenswerk bei den European Festivals Awards.

Mit seinem Gespür für große Namen, neue Trends und publikumswirksame Formate hat Marek Lieberberg die deutsche Konzertkultur entscheidend mitgeformt – und ihr über Jahrzehnte hinweg internationale Strahlkraft verliehen. im

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