Geburtstag

»I’m Not in Love«: Graham Gouldman wird 80

Graham Gouldman wurde 2025 geehrt. Der Musiker ist nun Member of the Order of the British Empire. Foto: picture alliance / Photoshot

Der britische Musiker Graham Gouldman feiert am Sonntag, den 10. Mai, seinen 80. Geburtstag. Als Bassist, Sänger und kreativer Kopf der Band 10cc hat er Musikgeschichte geschrieben – allen voran mit dem Welthit »I’m Not in Love«.

Der Song gilt bis heute als eine der eindrucksvollsten Pop-Balladen der 1970er-Jahre. Er beeindruckt nicht nur durch seine Melodie, sondern auch durch seine aufwändige Produktion. Gouldman erinnerte sich 2023 im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen daran, wie die ungewöhnlichen Chorstimmen entstanden: »Wir haben einfach die Stimmen, die wir verwenden wollten, auf mehreren Tonbandspuren aufgezeichnet, sie zu einem Stereopaar abgemischt und sie zurück in die Mehrspur übertragen.«

Das Ergebnis war ein Klangbild, das seiner Zeit weit voraus war. »Letztendlich hatten wir auf der 16-Spur-Platine eine Stimme für jeden Fader und haben diese dann zusammengemischt«, so Gouldman. »Es war sehr aufregend, daran zu arbeiten, denn als wir es aufbauten, wussten wir nicht, was passieren würde.« Gerade die kleinen Unsauberkeiten machten den Reiz aus: »In unseren Chor-Stimmen gibt es Imperfektionen. Dieser Aspekt macht den Song ansprechender und menschlicher.«

»No Milk Today«

Gouldman wurde 1946 in der Nähe von Manchester in eine jüdische Familie hineingeboren. Schon als Kind entdeckte er seine Leidenschaft für Musik, bekam früh eine Gitarre und begann, Songs zu schreiben. In den 1960er-Jahren machte er sich einen Namen als Komponist für andere Künstler.

Er schrieb zahlreiche Hits, unter anderem für The Yardbirds, The Hollies und Herman’s Hermits. Titel wie »Bus Stop« oder »No Milk Today« wurden millionenfach verkauft.

1972 gründete Gouldman gemeinsam mit Kollegen die Band 10cc, die schnell zu einer der originellsten Formationen ihrer Zeit wurde. Anders als viele andere Rockbands der 70er-Jahre setzte die Gruppe weniger auf Exzesse als auf musikalische Präzision.

Jüdisches Erbe

»Wir haben nie übertrieben, denn wir waren nicht wirklich diese Art von Band. Es gab da drei nette, jüdische Jungs. Ich würde nicht sagen, dass wir perfekt waren. Gott bewahre! Aber wir haben uns generell gut benommen«, sagte Gouldman rückblickend.

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Zu den größten Erfolgen der Band zählen neben »I’m Not in Love« auch Songs wie »Dreadlock Holiday«, »Rubber Bullets« oder »The Things We Do for Love«.

Seine jüdische Herkunft spielte für Gouldman stets eine Rolle, wenn auch nicht immer bewusst: »Unsere Gene und unser jüdisches Erbe beeinflussten uns offensichtlich, als wir die Songs schrieben.« Zugleich betont er: »Ich bin sehr stolz auf mein Jüdischsein.«

»Zutiefst beunruhigt«

Auch aktuelle Entwicklungen beschäftigen ihn. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zeigte er sich tief betroffen: »Ich war entsetzt, als ich von dem Angriff hörte, und bin seither zutiefst beunruhigt.«

Bis heute steht Gouldman mit 10cc in wechselnden Besetzungen auf der Bühne. Trotz der Strapazen des Reisens bleibt die Musik für ihn zentral: »Wir nehmen unsere Musik sehr ernst.« Der schwierigste Teil sei nicht das Spielen, sondern das Unterwegssein – doch die Konzerte seien es wert.

Sein ursprünglicher Traum war simpel: Er wollte Teil der Beatles sein. Jahrzehnte später kam er diesem Wunsch zumindest ein Stück näher – durch gemeinsame Auftritte mit Ringo Starr.

Auf deutschen Bühnen

Mit Graham Gouldman feiert ein Musiker Geburtstag, der Popgeschichte nicht nur begleitet, sondern aktiv geprägt hat – als Songwriter, Produzent und als treibende Kraft hinter einem unverwechselbaren Sound.

Es kommt noch besser: Mit 10cc kommt Gouldman im September 2026 in die Bundesrepublik. Aachen, Worms, Bonn, Aschaffenburg und Baden-Baden stehen auf dem Plan. Diese Konzerte sind Teil der Tournee mit dem Titel »And Another Bloody Greatest Hits Tour«.

Details zu den 10cc-Konzerten in Deutschland und Tickets sind hier verfügbar.

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