Der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt, schlägt einen alternativen Umgang mit den Gebäuderesten des Führerbunkers unter dem Gelände der Neuen Reichskanzlei vor. Statt einer musealen Nutzung oder einer Neubebauung des Areals sollte es einer der jüdischen Gemeinden Berlins übergeben werden, um dort eine Einrichtung des jüdischen Lebens entstehen zu lassen, sagte der Oberrabiner der britischen Zeitung »The Telegraph«.
»Dies war das Herzstück eines Regimes, das Millionen Jüdinnen und Juden ihrer Rechte, ihres Eigentums und ihrer Würde beraubte, sie anschließend ermordete und jüdisches Leben in ganz Europa zerstörte«, so Goldschmidt. Deshalb müsse es über die Zukunft dieses Ortes eine Debatte geben. »Es gibt eine bessere Antwort, als dieses Gelände mit Wohnungen zu bebauen oder den Bunker als unterirdischen Museumskomplex zugänglich zu machen«, erklärte der Rabbiner. »Dort, wo man versuchte, jüdisches Leben in Europa auszulöschen, sollte man Juden ermöglichen, eine Zukunft aufzubauen.«
Abriss oder Teilöffnung?
Die Überreste der Bunkeranlage waren zuletzt Gegenstand einer größeren Diskussion. Nachdem Pläne eines Hamburger Investors bekannt geworden waren, die Bunkerruine abzureißen und darauf Wohn- und Bürogebäude zu errichten, hatten sich unter anderem Stadtplaner und Denkmalschützer gegen das Projekt ausgesprochen und für eine Teilöffnung mit musealer Nutzung plädiert. Der Berliner Senat erklärte dagegen, man wolle durch die Öffnung keinen Wallfahrtsort für Rechtsextreme schaffen. kna