Berlin

Auschwitz Komitee würdigt Albrecht Weinberg

Albrecht Weinberg Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Das Internationale Auschwitz Komitee hat die Verdienste des Holocaust-Überlebenden Albrecht Weinberg nach dessen Tod gewürdigt. »Wir danken Albrecht Weinberg für die Klarheit seines Blicks, seinen Mut, seine Menschenliebe und seinen Humor«, sagte Vizepräsident Christoph Heubner am Dienstagabend in Berlin. Weinberg war am Dienstag im Alter von 101 Jahren im ostfriesischen Leer gestorben.

»Voller Dankbarkeit, Hochachtung und Wehmut verabschieden sich Auschwitz-Überlebende in aller Welt von ihrem Freund, Weggefährten
und Leidensgenossen«, hob Heubner hervor. Der Schmerz angesichts
seiner ermordeten Eltern und vieler anderer jüdischer Menschen, die
von den Nazis verfolgt und ermordet wurden, habe Weinbergs Leben
bestimmt.

»Dennoch trat er all den vielen jungen Menschen in Deutschland, mit denen er in den letzten Jahren als Zeitzeuge gesprochen hatte, voller Zartheit und Offenheit entgegen.« Das Wiedererstarken des Rechtsextremismus in Deutschland jedoch habe ihn mit Wut erfüllt.

Lesen Sie auch

Unermüdlicher Mahner

Albrecht Weinberg wurde als Sohn einer jüdischen Familie am 7. März 1925 im ostfriesischen Rhauderfehn geboren. Er überlebte die
Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen und
mehrere Todesmärsche. Seine Familie wurde von den Nazis fast vollständig ermordet. Er selbst wanderte in die USA aus, kehrte jedoch 2012 zusammen mit seiner Schwester zurück in seine ostfriesische Heimat.

Seitdem berichtete er vor Schulklassen unermüdlich von den Schrecken des Nationalsozialismus. In seinem Geburtsort Rhauderfehn ist eine Schule nach ihm benannt. In Leer lebte Weinberg zuletzt in einer Art WG mit seiner früheren Pflegerin Gerda Dänekas, die seinen Einsatz unterstützte. An sie richtete Heubner einen Dank »für ihre Liebe und Fürsorge«. epd

Show

Auf die Bühne, fertig, Herzklopfen

Was verbinden Jugendliche mit der Jewrovison? Und wie schreibt man eigentlich einen guten Songtext? Wir haben uns bei den 13 Teams aus ganz Deutschland umgehört

von Christine Schmitt  13.05.2026

Leer

Holocaust-Überlebender Weinberg mit 101 Jahren gestorben

Albrecht Weinberg hat drei Konzentrationslager und Todesmärsche überlebt. Für Aufsehen sorgte er mit der Rückgabe des Bundesverdienstkreuzes. Nun ist er in Leer gestorben

 12.05.2026

Nachruf

Kämpfer für die Wahrhaftigkeit

Der Schoa-Überlebende Albrecht Weinberg ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Sein Freund, Luigi Toscano, verabschiedet sich

von Luigi Toscano  12.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Monacensia

Münchner Schau zum Archiv von Rachel Salamander

Dem Jüdischen wieder Präsenz geben in der Gesellschaft: Das war das Ziel, das die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander mit ihrer Buchhandlung erreichen wollte. Nun wird ihr Archiv nach und nach erschlossen

von Barbara Just  11.05.2026

Jewrovision

»Wir eröffnen die ganze Sache …«

Unsere Autorin war bei den Proben des »Juze Emet Nürnberg. Am Echad Bayern« dabei. Nur über den Auftritt darf sie noch nichts verraten

von Katrin Diehl  11.05.2026

Porträt der Woche

Berlinerin mit Klartext

Lala Süsskind ist wie die Jüdische Allgemeine Jahrgang 1946. Sie war Gemeindechefin, WIZO-Präsidentin – und engagiert sich weiterhin

von Christine Schmitt  11.05.2026

Zentrum

Jüdische Präsenz

Mit der neuen Hauptsynagoge »Ohel Jakob« ist die jüdische Gemeinde ins Herz der Stadt zurückgekehrt

von Luis Gruhler  11.05.2026

Berlin

Jüdische Gemeinde übt massive Kritik an Antisemitismus-Papier der Linken

Der Gemeinde-Vorsitzende Gideon Joffe bezeichnet das Konzept der Partei als »feige« und spricht von einem »Feigenblatt«

 11.05.2026