Israel

Urteil: Mehr Gleichstellungsrechte für Frauen gegenüber dem Oberrabbinat

Hauptsitz des Oberrabbinats in Jerusalem Foto: copyright (c) Flash90 2024

Das israelische Oberrabbinat muss Frauen erlauben, die gleichen rabbinischen Tests abzulegen wie Männern, berichtet die »Times of Israel« über ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshofs.

Das Oberrabbinat führe immer wieder Tests in den Hauptbereichen des jüdischen Rechts durch, darunter Kaschrut, Reinheits- und Ehegesetze, Schabbat und Trauer. Wer sechs davon besteht, erhalte ein Zertifikat, das erhebliche soziale und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringe. Es entspreche einem akademischen Grad, der die Arbeit als Lehrer erlaubt und sei auch Voraussetzung, um sich auf bestimmte öffentliche Stellen zu bewerben, so der Bericht. Männliche Kandidaten können damit grundsätzlich zu Rabbinern ernannt werden. Frauen nicht.

Lesen Sie auch

Das aktuelle Urteil des Obergerichtshofs besage nicht, dass Frauen nun das Recht haben, als Rabbinerinnen ordiniert zu werden, heißt es weiter, jedoch müssen sie die gleichen Tests absolvieren dürfen, um damit den gleichen Zugang zu den Zertifikaten und den damit verbundenen Vorteilen zu haben wie ihre männlichen Kollegen, so das Gerichtsurteil.

Fünf Jahre Kampf vor Gericht

Mehr als fünf Jahre lang haben fünf Tora-Wissenschaftlerinnen - von der religiösen Menschenrechtsorganisation ITIM (Jewish Life Advocacy Center), dem Rackman Center für die Förderung der Stellung der Frau und dem Kolech Forum für religiöse Frauen - vor Gericht für mehr Rechte gekämpft.

»Der Staat Israel hat mit klarer Stimme gesagt: Frauen lernen Tora aus Engagement, Talent und Ehrfurcht vor Gott und haben einen Ehrenplatz bei der Gestaltung unseres geistlichen Lebens«, kommentierte der ITIM-Vorsitzende Seth Farber die Entscheidung des höchsten Gerichts. »Dies ist ein historischer und bedeutsamer Moment nicht nur für religiöse Frauen, sondern für den religiösen Zionismus als Ganzes.« ja

Streit

Welche liberalen Konversionen werden in Israel anerkannt?

Die Union progressiver Juden behauptet, künftig würden nur Giurim ihres Rabbinatsgericht für die Alija anerkannt. Nun widerspricht der Zentralrat mit Verweis auf die Jewish Agency

von Mascha Malburg  15.07.2026

Matot-Mass’ej

Hand in Hand

In der biblischen Erzählung von der Verteilung des Landes wird ein wichtiges Prinzip deutlich

von Rabbinerin Yael Deusel  10.07.2026

Perspektive

»Viele Juden haben das Gefühl, zwischen beiden Seiten zu stehen«

Rabbiner Ammiel Hirsch gilt als eine der bekanntesten Stimmen des Reformjudentums in den USA. Ein Gespräch über Zionismus, Proteste vor Synagogen und den Bruch mit liberalen Milieus

von Alexandra Farkas Bandl  10.07.2026

Talmudisches

Der Garten Eden

Was unsere Weisen über das Paradies lehrten

von Vyacheslav Dobrovych  09.07.2026

Rabbinerausbildung

Levinson-Stiftung als Institut an der Uni Potsdam anerkannt

Neuer Meilenstein für die Ausbildung liberaler und konservativer Rabbinerinnen und Rabbiner sowie Kantorinnen und Kantoren

 07.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Pinchas

Der Anfang aller Einsicht

Die Tora zeigt, dass wahre Größe mit Demut und Einfachheit beginnt

von Vyacheslav Dobrovych  03.07.2026

Talmudisches

Brot und Wunder

Was unsere Weisen über Armut und G’ttes Beistand lehren

von Rabbiner Avraham Radbil  03.07.2026

Erinnerung

Unsterbliche Buchstaben

Warum der erste Generaldirektor des israelischen Religionsministeriums mit seinem Vorhaben scheiterte, eine Zeremonie für in der Schoa vernichtete Bücher zu etablieren

von Valentin Suckut  02.07.2026