Religionen

Rabbiner: Juden, Christen und Muslime können einander stärken

Rabbiner Edward van Voolen Foto: picture alliance/dpa

Trotz des Nahost-Krieges und seiner Verwerfungen auch außerhalb der Region sieht ein Rabbiner das Band zwischen den Religionen nicht zerrissen. »Juden, Christen und Muslime können einander stärken und Verbundenheit, Hoffnung und Inspiration beieinander finden. Wir müssen unsere Freiheit und demokratischen Werte dringend schützen und stärken«, schreibt Rabbiner Edward van Voolen in einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag.

Die Situation von Juden, Christen und Muslimen verändere sich in vielen Teilen der Welt: Juden hätten die längste Erfahrung als Minderheit in einer christlichen oder islamischen Welt, Muslime in Europa erst seit drei oder vier Generationen. Christen müssten sich daran gewöhnen, dass sie in Europa keine Mehrheit mehr seien, erklärt das Mitglied des Gesprächskreises »Juden und Christen« im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

Folgen des 7. Oktober 2023

»Der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der aktuelle Krieg zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und dem Iran sind ein Albtraum für die ganze Welt«, so der niederländische Rabbiner. Die Folgen seien, dass Antisemitismus zunehme und die Schoah relativiert werde. »Juden stehen als vermeintliche Anhänger Netanjahus und Muslime als vermeintliche Unterstützer von Terroristen unter Generalverdacht.« Synagogen, Moscheen und Einrichtungen von Gemeinden würden bedroht.

In Israel und den palästinensischen Gebieten seien Menschen auf beiden Seiten bedroht, betont van Voolen: »Hunderttausende Menschen sind traumatisiert durch den Terror der Hamas, der Hisbollah und der Huthi, durch den Iran, durch den israelischen Vergeltungskrieg gegen Gaza und den Libanon sowie durch den amerikanisch-israelischen Krieg gegen das iranische Mullah-Regime, das Israel seit 1979 mit nuklearer Vernichtung bedroht.« Der Rabbiner verweist auch auf die Gewalt jüdischer Siedler gegen Palästinenser.

Van Voolen schreibt, dass in Europa kaum jemand Friedensinitiativen auf israelischer Seite kenne. Zugleich gebe es auch aufseiten der Palästinenser und in arabischen Staaten Friedensaktivisten. Der Rabbiner erinnerte anlässlich des jüdischen Festes Schawout, das am Donnerstagabend beginnt, daran, dass die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam »drei Kernbegriffe« teilten: Frieden, Taten der Gerechtigkeit und barmherzige Liebe.

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Schemini Azeret

Ende und Anfang

Nach der langen Zeit der Feiertage beginnt der neue Jahreskreis

von Chajm Guski  02.10.2026

Simchat Tora

Im eigenen Rhythmus

Die fünf Bücher Mose bilden den Herzschlag des jüdischen Volkes

von Valentin Lutset  02.10.2026

Talmudisches

Frieden mit sich selbst und anderen

Was unsere Weisen über das innere Gleichgewicht und das Miteinander lehren

von Vyacheslav Dobrovych  01.10.2026

Feiertage

Gut gefüllt

Zu Sukkot gibt es eigentlich keine traditionellen Speisen wie an Rosch Haschana oder Pessach. Und doch essen sich gefülltes Gemüse, Teigtaschen und gestopfte Weinblätter in der Laubhütte besonders gut. Steckt mehr dahinter?

von Daniela Rusowsky  29.09.2026

Schweiz

Eine Sukka voller Fragen

Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich hat ihre nichtjüdischen Nachbarinnen und Nachbarn in die Laubhütte eingeladen. Zu selbstgemachtem Hummus darf alles gefragt werden. Ein Besuch

von Nicole Dreyfus  25.09.2026

Zusammenhalt

Was uns verbindet

Sieben Tage feiern Juden in der Laubhütte. Der achte aber hat eine eigene Botschaft

von Rabbiner Elischa Portnoy  25.09.2026

Sukkot

Mit Herz und Sinnen

Welche Bedeutung die Vier Arten an Sukkot haben und warum sie den Menschen erfreuen

von Rabbiner Avraham Radbil  24.09.2026

Sukkot

»… und du sollst nur fröhlich sein«

Warum die Tora gerade das Laubhüttenfest zu einer Zeit unserer Freude erklärt

von Vyacheslav Dobrovych  24.09.2026