Berlin

»Wenn Alice Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!« 

Dieter Nuhr Foto: picture alliance / HMB Media

Im Gespräch mit der »Welt« hat sich der Kabarettist Dieter Nuhr kritisch zur politischen Debattenkultur in Deutschland geäußert und dabei auch den Umgang mit der AfD thematisiert. Besonders die sogenannte »Brandmauer«-Strategie gegen die Partei sieht er skeptisch.

Nuhr sagte, er halte es für einen Fehler, die AfD politisch konsequent auszuschließen. In einer funktionierenden Demokratie werde ein erheblicher Teil der Wählerschaft sonst faktisch ignoriert. Die Dämonisierung der Partei habe ihr eher genutzt als geschadet, so seine Einschätzung.

Zugleich betonte er, das bedeute keine Zustimmung zu Inhalten der AfD. Nach seiner Darstellung hat die Partei bislang keine tragfähigen Lösungen für zentrale politische Probleme vorgelegt. Gerade deshalb sei es kontraproduktiv, ihr dauerhaft die politische Bühne zu entziehen. Wenn sie stärker in Debatten eingebunden würde, so Nuhrs Argumentation, würde deutlicher werden, wie widersprüchlich ihre Positionen seien.

Lesen Sie auch

Kritisch äußerte er sich auch zur öffentlichen Wahrnehmung der Partei. Die AfD profitiere seiner Meinung nach davon, dass sie sich oft im Hintergrund halte und dadurch weniger Angriffsfläche biete.

Auf die Frage nach der politischen Zukunft und der Rolle der AfD in der Bundespolitik sagte Nuhr schließlich mit Blick auf deren mögliche Regierungsverantwortung: Sollte Alice Weidel Bundeskanzlerin werden, erklärte er knapp, dann »bin ich weg«.

Zuvor hatte Nuhr der Jüdischen Allgemeinen ein Interview gegeben, in dem er unter anderem über Judenhass in Deutschland, den 7. Oktober, Israel und Geschmacksgrenzen sprach. im

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

Wilko Möller (AfD), Landtagsabgeordneter in Brandenburg, guckt nachdenklich

Rechtsextremismus

Urteil gegen AfD-Politiker wegen Wahlplakats rechtskräftig

Hat der AfD-Abgeordnete Wilko Möller mit einem »Hitlergruß« auf Plakaten Wahlkampf gemacht? Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte der Politiker Revision ein – vergeblich

 26.10.2026

Leerer Klassenraum (Symbolbild)

Hessen

Strafverfahren gegen Lehrer wegen israelfeindlicher Posts eingestellt

Wegen Instagram-Beiträgen, die als »antisemitisch und israelfeindlich« eingestuft wurden, ist ein Gymnasiallehrer seit einem Jahr vom Dienst suspendiert. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung wurde nun eingestellt

 26.10.2026

Krieg

Selenskyj: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift

Der Ukraine mangelt es nach eigenen Angaben an Raketen zur Abwehr russischer Angriffe. Nun äußert Präsident Selenskyj Kritik am US-Verteidigungsminister Hegseth

 26.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Regierungsbildung

Berliner SPD plant Mitgliederbefragung über Koalition

Die Basis soll über eine Koalition mit Linken und Grünen mitentscheiden

 26.10.2026

Debatte

Zentralrat der Juden warnt vor AfD in Sachsen-Anhalt und nimmt Linke in Berlin Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Präsident Josef Schuster blickt sorgenvoll auf zwei deutsche Bundesländer

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026