Nahost

USA und Iran vereinbaren Einigung für Frieden – Straße von Hormus soll geöffnet werden

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Aaron Schwartz - Pool via CNP

Nach monatelangen Verhandlungen haben die USA und der Iran nach Angaben beider Seiten eine Einigung zur Beendigung des Krieges erzielt. Das Abkommen soll amerikanischen Medien zufolge die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus ermöglichen, durch die vor dem Konflikt rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls transportiert wurde.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag auf Truth Social: »Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun vollständig.« Zugleich kündigte er die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade an. »Ich autorisiere hiermit die Maut-freie Öffnung der Straße von Hormus und gleichzeitig die sofortige Aufhebung der Seeblockade der Vereinigten Staaten. Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!«

Auch Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif bestätigte die Einigung. Auf der Plattform X schrieb er: »Nach intensiven Gesprächen freuen wir uns, bekannt geben zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erreicht wurde.« Beide Seiten hätten ein sofortiges und dauerhaftes Ende aller militärischen Operationen erklärt, einschließlich jener im Libanon.

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Nach Angaben Sharifs soll die Unterzeichnung des Abkommens am Freitag in der Schweiz erfolgen. Bis dahin seien vorbereitende Gespräche vorgesehen.

Iranische Medien veröffentlichten Einzelheiten eines Entwurfs für eine Absichtserklärung mit insgesamt 14 Punkten. Demnach sollen die Kampfhandlungen zwischen den Parteien »ab sofort und dauerhaft ab heute Nacht« eingestellt werden. Die amerikanische Seeblockade wird demnach ebenfalls beendet.

Der Entwurf sieht laut iranischen Berichten außerdem vor, dass Teheran sein Bekenntnis zum Atomwaffensperrvertrag erneuert und erneut zusichert, keine Atomwaffen zu entwickeln. Die Verhinderung eines iranischen Atomwaffenprogramms galt während der Verhandlungen als zentrale Forderung Washingtons.

60-tägige Verhandlungsphase

Darüber hinaus sollen Öl- und Finanzsanktionen teilweise aufgehoben werden. Berichten zufolge wollen die USA und ihre Verbündeten zudem Pläne für den Wiederaufbau vorlegen. In einer anschließenden 60-tägigen Verhandlungsphase sollen unter anderem Fragen zur Urananreicherung, zu verbliebenen Sanktionen sowie zu Resolutionen der Vereinten Nationen und der Internationalen Atomenergiebehörde behandelt werden.

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Iranischen Angaben zufolge könnten in diesem Zeitraum eingefrorene iranische Vermögenswerte im Umfang von rund 24 Milliarden Dollar (20,7 Milliarden Euro) freigegeben werden.

Wann die Straße von Hormus tatsächlich wieder vollständig befahrbar sein wird, blieb zunächst offen. Trump erklärte später, die Wasserstraße werde »mit der Unterzeichnung des Abkommens am Freitag« für Räumungsarbeiten geöffnet.

Sinkender Ölpreis

Der Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und Iran auf der anderen Seite hatte Ende Februar begonnen. Nach einer Waffenruhe im April wurden zwar Verhandlungen aufgenommen, dennoch kam es weiterhin zu einzelnen Angriffen. Die Zukunft der Straße von Hormus entwickelte sich dabei zu einem der wichtigsten Streitpunkte.

Die Aussicht auf eine Einigung ließ die Ölpreise deutlich sinken. Der Preis für US-Rohöl fiel zum Handelsauftakt am Sonntagabend um mehr als 4,5 Prozent auf rund 80 Dollar pro Barrel. Auch die Nordseesorte Brent verlor etwa vier Prozent und notierte bei rund 83 Dollar. Trotz des Rückgangs liegen die Preise weiterhin deutlich über dem Niveau zu Jahresbeginn.

UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Einigung und sprach von einem »Friedensabkommen«, das einen dauerhaften Waffenstillstand ermögliche. »Dies stellt einen entscheidenden Schritt hin zu einer friedlichen Lösung des Konflikts dar«, erklärte er.

Überprüfbare Zusagen

Auch Katar, Großbritannien und Frankreich begrüßten die Vereinbarung. Der britische Premierminister Keir Starmer betonte jedoch, dass jede dauerhafte Friedenslösung von überprüfbaren Zusagen Irans im Atomstreit abhänge. »Es bleibt die feste und langjährige Position des Vereinigten Königreichs, dass Iran niemals über Atomwaffen verfügen darf«, schrieb er.

US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Einigung als »einen Neuanfang«. Zugleich warnte er vor überzogenen Erwartungen: »Ich werde nicht sagen, dass morgen alle Kumbaya singen werden. Es wird etwas Zeit brauchen, die Wege des Friedens zu lernen. Aber ich denke, wir haben heute Abend einen sehr, sehr großen Schritt gemacht.«

Ungeachtet der Fortschritte bei den Verhandlungen griff Israel nach eigenen Angaben am Sonntag Ziele der Terror-Miliz Hisbollah in den südlichen Vororten Beiruts an. Trump kritisierte die Angriffe scharf. Die Schläge auf Beirut »hätten nicht stattfinden dürfen, insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit Iran so nahe sind«, erklärte er. »Alle Seiten sollten sich zurückhalten. Es sollte keine weiteren Angriffe Israels irgendwo im Libanon geben.«

Die vom iranischen Regime finanzierte Hisbollah greift Israel seit dem 8. Oktober 2023 unprovoziert mit Raketen und Drohnen an. im

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