Nahost

Trump stoppt geplante Angriffe auf Iran und spricht von bevorstehender Einigung

US-Präsident Donald Trump am Donnerstag im Oval Office Foto: picture alliance / AP Photo/Jacquelyn Martin

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben kurzfristig geplante Militärschläge gegen Iran abgesagt und stattdessen eine diplomatische Lösung in Aussicht gestellt. In Washington erklärte Trump laut NBC und anderen Medien, die Gespräche mit Teheran seien weit fortgeschritten. Ein Abkommen könne möglicherweise bereits in den kommenden Tagen unterzeichnet werden.

Nach Angaben des Präsidenten wurden die für den Abend vorgesehenen Angriffe gestoppt, weil die Verhandlungen mit der Islamischen Republik die höchste Führungsebene in Iran erreicht hätten und dort gebilligt worden seien. Die Gespräche sowie die letzten offenen Punkte seien »sowohl grundsätzlich als auch bis ins Detail von allen beteiligten Parteien genehmigt« worden, erklärte Trump.

Später zeigte sich der Präsident noch optimistischer. Bei einem Event mit dem republikanischen Senator Barry Moore sagte er: »Wahrscheinlich haben Sie gehört, dass wir heute mit Iran zu einer Einigung gekommen sind. Wir haben einen großartigen Deal gemacht.« Weiter erklärte Trump: »Es wird keine Atomwaffen geben. Die Menschen werden sehr bald nach Hause kommen. Es ist so gut wie abgeschlossen. Wir haben alles bekommen, was wir wollten.«

»Nichts wurde finalisiert«

Aus Teheran kamen dagegen deutlich zurückhaltendere Signale. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, betonte laut iranischen Medien: »Iran hat noch keine endgültige Entscheidung bezüglich eines Abkommens getroffen.« Berichte über eine Vereinbarung seien spekulativ, »und nichts wurde finalisiert«. Zugleich warf er den Vereinigten Staaten vor, ihre Positionen während der Verhandlungen wiederholt verändert zu haben.

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Nach Informationen aus US-Regierungskreisen waren die amerikanischen Streitkräfte bereits weitgehend auf einen Angriff vorbereitet. Demnach sollen sich die Streitkräfte nur drei Stunden vor dem geplanten Einsatz befunden haben, als Trump die Kehrtwende bekanntgab. Kriegsschiffe und Flugzeuge seien bereits entsprechend vorbereitet worden.

Auch Israel verfolgt die Entwicklungen aufmerksam. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, dieser habe mit Trump telefoniert und seine Anerkennung dafür zum Ausdruck gebracht, dass ein mögliches Endabkommen die Entfernung angereicherten Urans aus Iran, den Abbau der entsprechenden Infrastruktur sowie Beschränkungen des iranischen Raketenprogramms umfassen solle. Darüber hinaus solle Teherans Unterstützung regionaler Terrorgruppen beendet werden.

»Bedauern auslösende Reaktion«

Trotz der Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung blieb die Lage in der Region angespannt. Das iranische Verteidigungsministerium warnte vor weiteren Angriffen auf iranisches Territorium. Jede Fehleinschätzung oder Verletzung der Sicherheit und territorialen Integrität des Landes werde mit einer »entschlossenen, Bedauern auslösenden Reaktion weit über die Erwartungen der Feinde hinaus« beantwortet.

Unterdessen kam es weiterhin zu Zwischenfällen in der Straße von Hormus. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters schossen amerikanische Streitkräfte zwei iranische Drohnen ab, die Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Wasserstraße angreifen wollten. Die Schifffahrt werde jedoch fortgesetzt. Iranische Medien berichteten ihrerseits, dass die iranischen Streitkräfte einen Öltanker an der Durchfahrt gehindert hätten, weil dieser ohne vorherige Abstimmung in das Gebiet eingefahren sei.

Trump hatte noch wenige Stunden vor seiner Ankündigung mit massiven Angriffen auf Iran gedroht. Nun erklärte er dagegen, der Konflikt könne durch eine Vereinbarung beendet werden. »Wir haben eine großartige Beilegung des Krieges mit Iran erreicht«, sagte der Präsident. Die noch ausstehenden Dokumente würden voraussichtlich innerhalb weniger Tage fertiggestellt. Eine Unterzeichnung könne möglicherweise am Wochenende in Europa stattfinden. im

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