Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Der »Zug der Liebe« 2025 Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin ist die für Ende August geplante Technoparade »Zug der Liebe« in der Hauptstadt abgesagt worden. »Die jüngsten Ereignisse rund um den CSD haben die Lage drastisch verändert«, teilten die Veranstalter mit. Zuerst hatte der RBB berichtet.

Zwar habe es logistische Engpässe etwa bei den bestellten Lastwagen gegeben und es gebe auch noch keine Einigung über die Lautstärke mit der Versammlungsbehörde, hieß es. »Was diesen Entschluss jedoch unausweichlich machte, ist die spürbare Veränderung des gesellschaftlichen Klimas.«

Eine Parade in diesem Jahr würde massive Auflagen mit sich bringen, von Wegfahrsperren über Personenkontrollen bis hin zu massiv aufgerüsteten Polizisten, erklärten die Veranstalter - das passe aber nicht zum Geist des Events. »Der Zug der Liebe stand immer für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes. Eine Demonstration unter dem aktuellen, allgemeinen Angstgefühl und derart restriktiven Rahmenbedingungen widerspricht der Grundidee der Veranstaltung fundamental.«

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Der »Zug der Liebe« hätte eigentlich am 29. August stattfinden sollen. Im vergangenen Jahr waren rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Berliner Innenstadt gezogen, um ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Solidarität zu setzen.

Die für den 15. August geplante Technoparade »Rave the Planet« soll dagegen stattfinden, wie die Organisatoren der RBB-»Abendschau« sagten. »Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Wir haben gehört, was die Community will«, erklärte der als Dr. Motte bekanntgewordene Gründer der Organisation Rave The Planet, Matthias Roeingh. Seine Frau Ellen Dosch-Roeingh versicherte: »Die Parade wird stattfinden.«

Die Technoparade ist zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule auf der Straße des 17. Juni geplant, die durch den Tiergarten führt - jene Parkanlage, an deren Rand es am späten Samstagabend zu dem folgenschweren Terroranschlag kam. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen erlitten - zum Teil schwere - Verletzungen. Der islamistisch motivierte Attentäter wurde am Tag darauf bei der versuchten Festnahme von Polizisten erschossen. dpa

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