Washington D.C.

Trump über Netanjahu: Er hat kein Urteilsvermögen

Israels Premier Benjamin Netanjahu Foto: IMAGO/AA

US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, mit einem Angriff auf Beirut die kurz vor dem Abschluss stehende Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran gefährdet zu haben.

In einem Gespräch mit »Axios« sagte Trump, das geplante Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran sei trotz der jüngsten Eskalation weiterhin auf Kurs. Die Unterzeichnung habe sich allerdings verzögert. »Das hat alles durcheinandergebracht«, sagte Trump. »Die Unterzeichnung wurde um einige Stunden verschoben. Sie sollte eigentlich jetzt stattfinden. Nun ist sie für einige Stunden später angesetzt.«

Der Präsident zeigte sich insbesondere über das Vorgehen Israels verärgert. Nach seinen Angaben wurde er von Beratern über den Luftangriff auf Ziele in Beirut informiert, kurz bevor die Vereinbarung mit Teheran unterzeichnet werden sollte. »Das ist so schlimm – ich konnte es nicht glauben. Eine Stunde bevor wir das Abkommen unterzeichnen sollten«, sagte Trump.

»Verdammter Angriff«

Zwar räumte er ein, dass die Hisbollah zuvor Israel angegriffen habe. Dieser Angriff habe jedoch weder Schäden verursacht noch Todesopfer gefordert.

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Besonders deutlich wurde Trump bei seiner Kritik an Netanjahu, den er mit dessen Spitznamen ansprach. »Warum musste Bibi einen verdammten Angriff durchführen? Ich war stinksauer«, sagte der Präsident. »Ich habe ihn das wissen lassen. Er hat ein beschissenes Urteilsvermögen. Das habe ich ihm gesagt.«

Die Kämpfe im Libanon waren wenige Stunden vor der geplanten Unterzeichnung des Abkommens zwischen Washington und Teheran erneut aufgeflammt. Der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Azizi, schrieb daraufhin auf X: »Eine starke Antwort ist im Anmarsch.«

»Finger am Abzug«

Auch aus dem iranischen Militär kamen scharfe Töne. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA zitierte General Ali Abdollahi mit den Worten, die Streitkräfte hätten den »Finger am Abzug« und seien bereit, das »Herz des Feindes« zu treffen. Man warte lediglich auf den »kleinsten Fehler« des Gegners, um ihm eine »unvergessliche und endgültige Lektion« zu erteilen.

Trump verteidigte das geplante Abkommen dennoch als wichtigen Erfolg. Es werde verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange, sagte er. Zudem sehe die Vereinbarung die Beseitigung nuklearen Materials sowie kurzfristig mögliche Inspektionen iranischer Atomanlagen vor. im

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