Jerusalem

Iran verstärkt Pläne für Anschläge auf israelische Spitzenpolitiker

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu musste den Zeitpunkt seiner Abreise nach Washington geheimhalten. Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Der Iran hat nach Einschätzung israelischer Sicherheitsbehörden seine Bemühungen intensiviert, hochrangige israelische Amtsträger und ehemalige Spitzenfunktionäre ins Visier zu nehmen. Mehrere israelische Medien, darunter »The Times of Israel«, berichten, dass betroffene Politiker in den vergangenen Tagen über eine verschärfte Bedrohungslage informiert worden seien.

Demnach geht der israelische Sicherheitsapparat davon aus, dass Teheran derzeit verstärkt nach einer Möglichkeit sucht, mit einem Anschlag auf prominente israelische Persönlichkeiten einen symbolträchtigen Erfolg zu erzielen. Ziel sei ein möglichst schneller »strategischer psychologischer Erfolg«, der Israel empfindlich treffen und die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen solle.

Als Reaktion darauf habe der Inlandsgeheimdienst Schin Bet die Schutzmaßnahmen für mehrere amtierende Minister und andere hochrangige Politiker deutlich ausgeweitet. Nach den Berichten stehen nicht nur Mitglieder der aktuellen Regierung unter besonderem Schutz, sondern auch frühere Spitzenvertreter des Staates.

Diskret organisiert

Die verschärfte Sicherheitslage soll auch erklären, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Reise in die USA ungewöhnlich diskret organisierte. Auf Empfehlung der Sicherheitsbehörden sei er am Montag nicht vom internationalen Flughafen Ben Gurion, sondern vom Luftwaffenstützpunkt Nevatim gestartet. Außerdem wurde der genaue Zeitpunkt seines Abflugs bewusst nicht öffentlich bekannt gegeben.

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Bereits einen Tag zuvor hatte Netanjahu die wöchentliche Kabinettssitzung nicht wie üblich im Amtssitz des Ministerpräsidenten in Jerusalem, sondern in einer unterirdischen, besonders gesicherten Anlage abgehalten. Aus dem Büro des Regierungschefs hieß es damals lediglich, dies geschehe aus Sicherheitsgründen.

Erst in der vergangenen Woche hatte der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad mitgeteilt, gemeinsam mit internationalen Partnerdiensten ein iranisches Netzwerk aufgedeckt zu haben. Nach Angaben des Geheimdienstes sollten über kriminelle Organisationen angeworbene Personen nach Israel eingeschleust werden, um Anschläge auf führende israelische Persönlichkeiten zu verüben.

Vorgehen gegenüber Teheran

Netanjahu traf am Dienstag in Washington mit US-Präsident Donald Trump zusammen. Das Gespräch fand kurz nach dem vorläufigen Ende der 13-tägigen amerikanischen Luftangriffe auf iranische Ziele statt. Berichten zufolge wollte Trump zunächst den Austausch mit dem israelischen Regierungschef abwarten, bevor er über das weitere Vorgehen gegenüber Teheran und eine mögliche Wiederaufnahme diplomatischer Vereinbarungen entscheidet.

Israel ist an den laufenden amerikanisch-iranischen Gesprächen nicht beteiligt. Vertreter der israelischen Regierung hatten zuletzt mehrfach kritisiert, dass die bisherigen Verhandlungen keine verbindlichen Zugeständnisse des Iran bei seinem Atomprogramm erreicht hätten. im

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