Jerusalem

Netanjahus drei Wohnsitze kosteten Israel in 18 Monaten rund 783.000 Euro

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Ehefrau Sara Foto: Copyright (c) Flash 90 2020

Der Unterhalt der drei Wohnsitze von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Israel in den vergangenen eineinhalb Jahren nach Medienberichten umgerechnet rund 783.000 Euro gekostet. Das geht aus Unterlagen hervor, die nach einem Antrag auf Informationsfreiheit veröffentlicht wurden. »Ynet« und andere Publikationen berichteten.

Die Zahlen umfassen die Ausgaben für das Jahr 2025 sowie die ersten sechs Monate des Jahres 2026. Berücksichtigt werden unter anderem Personalkosten, Renovierungen, Gartenpflege, Lebensmittel und weitere Ausgaben. Einzelne Positionen wurden vom Büro des Ministerpräsidenten geschwärzt und nicht veröffentlicht.

Netanjahu und seine Ehefrau Sara wohnen laut Bericht überwiegend in ihrem Privathaus in der Jerusalemer Gaza-Straße sowie in ihrer Villa in Caesarea. Daneben verfügt der Ministerpräsident über den offiziellen Amtssitz in der Balfour-Straße in Jerusalem, den er allerdings nur selten nutzt. Trotzdem fallen dort weiterhin laufende Betriebs- und Personalkosten an.

Lebensmittelbestellungen bei Wolt

Den veröffentlichten Daten zufolge entfielen von den Gesamtausgaben rund 503.000 Euro auf Gehälter für Mitarbeiter. Weitere etwa 282.000 Euro wurden für Betrieb, Instandhaltung und andere laufende Kosten ausgegeben.

Besonders hoch waren erneut die Ausgaben für Lebensmittel. Im Jahr 2025 zahlte der Staat dafür rund 48.000 Euro, während in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bereits weitere knapp 35.000 Euro anfielen. Ein erheblicher Teil der Bestellungen erfolgte dem Bericht zufolge über den Lieferdienst Wolt. Allein zwischen Juli und Oktober 2025 wurden für das Privathaus in Jerusalem 34 Lieferungen im Gesamtwert von rund 1450 Euro abgerechnet.

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Auch die Gartenpflege schlug deutlich zu Buche. Für Arbeiten auf dem Grundstück in Caesarea wurden im Jahr 2025 nach den veröffentlichten Unterlagen rund 27.500 Euro ausgegeben.

Austausch zweier Badewannen

Für Aufmerksamkeit sorgte zudem der Austausch von zwei Badewannen im Wohnhaus in der Jerusalemer Gaza-Straße. Dafür fielen innerhalb von 13 Monaten Kosten von umgerechnet rund 8300 Euro an.

Als ungewöhnlich bezeichnete »Ynet« außerdem die Ausgaben vom 16. Juni 2025. An diesem Tag wurden insgesamt 76 einzelne Einkäufe unter der Rubrik »Lebensmittel und zubereitete Speisen« verbucht. Die Gesamtkosten beliefen sich auf umgerechnet rund 2760 Euro. Davon entfielen 58 Bestellungen auf die beiden privaten Wohnsitze der Familie Netanjahu und weitere 18 auf den offiziellen Amtssitz. Die Namen der Lieferanten wurden in sämtlichen Buchungen geschwärzt.

Dem Bericht zufolge könnten die außergewöhnlich hohen Ausgaben mit dem damaligen Krieg gegen den Iran zusammenhängen, der wenige Tage zuvor begonnen hatte. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht.

Kosten unter denen früherer Regierungschefs

Darüber hinaus enthalten die veröffentlichten Unterlagen 347 vollständig geschwärzte Ausgabenposten aus dem Jahr 2025 im Gesamtwert von rund 18.300 Euro, bei denen weder der Zahlungsempfänger noch der Verwendungszweck offengelegt wurden.

Das Büro des Ministerpräsidenten verteidigte die Ausgaben. Die veröffentlichten Daten belegten, dass die Gesamtkosten während Netanjahus Amtszeit deutlich unter denen früherer Regierungschefs lägen. Rechnungen zu den einzelnen Ausgabenposten wollte das Büro jedoch nicht herausgeben. Zur Begründung hieß es, dies würde einen unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand verursachen. im

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