Festival
In Jerusalem, im westlichen Negev und im Norden hat die 65. Ausgabe des Israel-Festivals begonnen. Drei Wochen stehen im Zeichen von Musik, Theater und Kunst. Zur Eröffnung balancierten Luftakrobaten über dem Hinnomtal in der Heiligen Stadt. Ein weiterer Höhepunkt ist »HipHop Talpiot« mit Stars wie Tamir Muskat oder Jimbo J. Aber auch die Stimmen von Ehud Banai und Ninet Tayeb werden zu hören sein. Im Kibbuz Nir Oz wird die ehemalige Geisel Sagui Dekel-Chen ein Konzert mit Liedern aus der Gefangenschaft geben. Das Festivalprogramm sei im Gedanken der »Kunst als Mittel zum Überleben« verwurzelt, so die Festivalleiter Michal Vaknin und Dafna Karon.
Washington
Premier Benjamin Netanjahu hat am Dienstag US-Präsident Trump in Washington getroffen. Themen des rund 90-minütigen Gesprächs waren der Krieg mit den Mullahs im Iran, der Libanon und die Zukunft von Gaza. Die Presse war weder zugelassen, noch gab es eine anschließende Konferenz. Beide Staatsmänner betonten trotz Spannungen, dass es ein »besonders gutes« Treffen war. Aus dem Büro Netanjahus heißt es, man habe die »Abstimmung vertiefen« wollen, ohne Trump zu etwas zu drängen. Beim Thema Iran habe »weitgehend Einvernehmen darüber geherrscht, dass wir dasselbe Ziel verfolgen«. Zudem habe Trump keinen Druck auf Israel ausgeübt, den Wiederaufbau von Gaza voranzutreiben oder die Truppen aus Syrien und dem Libanon abzuziehen.
Botschafter
Deutschlands neuer Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ist in Israel eingetroffen und hat sich mit einem Instagram-Video vorgestellt. Auf die Frage, was er eingepackt habe, zeigte der 59-Jährige eine Kippa, ein Baseballcap mit der Aufschrift »Riga«, woher seine Familie ursprünglich herkommt, und einen Panama-Hut. Am Montag besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.
Westjordanland
Nach einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern im Westjordanland ist es zu einer Angriffsserie radikaler israelischer Siedler gekommen. Dabei wurden nach palästinensischen und israelischen Angaben zwei Moscheen, Wohnhäuser und mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. An Gebäuden wurden zudem hebräische Parolen mit Racheaufrufen hinterlassen. Die Gewaltwelle folgte auf einen bewaffneten Zusammenstoß am vergangenen Freitag, bei dem zwei Israelis – ein lokaler Sicherheitsmann sowie ein Offizier – und vier Palästinenser getötet wurden.
Wahlkampf
In seiner Rede auf der INSS-Konferenz zur nationalen Sicherheit hat Netanjahu-Herausforderer Naftali Bennett (»Beyachad«) Katar als »antisemitischen Krebs« beschimpft, der sich »in den Westen und sogar bis ins Büro des israelischen Premierministers ausbreitet, mit dem Ziel, den Staat Israel zu zerstören«. In der kommenden Regierung werde er das Land zum Feindesstaat erklären, versicherte der Ex-Ministerpräsident. »An Katars Händen klebt das Blut unserer Söhne und Töchter, die am 7. Oktober ermordet, vergewaltigt, verbrannt und entführt wurden.« Eine Untersuchungskommission zum »Schwarzen Schabbat« würde als Erstes ergeben, dass Katar ein Feind Israels ist. Die Partei von Bennett und Yair Lapid verzeichnet in jüngsten Umfragen einen Abwärtstrend.