Nahost

USA nehmen Angriffe auf Iran wieder auf

Ein Kampfjet des Typs F/A-18E Super Hornet der US-Marine auf einem Flugzeugträger an einem unbekannten Ort im Nahen Osten Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Vereinigten Staaten haben ihre Luftangriffe auf den Iran nach einer mehrtägigen Unterbrechung wieder aufgenommen. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) richteten sich die Einsätze gegen zahlreiche Ziele der iranischen Revolutionsgarden. Zuvor hatte Präsident Donald Trump als Reaktion auf einen vereitelten iranischen Raketenangriff gegen US-Streitkräfte angekündigt, Washington werde »sehr hart zuschlagen«.

Nach Darstellung des Pentagons waren iranische Raketen am Vortag auf amerikanische Truppen im Nahen Osten abgefeuert worden. Sämtliche Geschosse wurden jedoch den Angaben zufolge abgefangen. CENTCOM erklärte, die neuen Angriffe seien eine »starke Antwort« auf diesen versuchten Überraschungsangriff gewesen.

Das US-Militär gab bekannt, Dutzende Einrichtungen der Revolutionsgarden seien bombardiert worden. Zu den Zielen hätten militärische Führungszentren, Raketen- und Drohnenanlagen, Küstenüberwachungs- und Verteidigungsstellungen sowie maritime Einrichtungen gehört. Die Einsätze seien am Mittwochabend amerikanischer Zeit abgeschlossen worden.

»Sie wissen, dass es kommt.«

Iranische Medien berichteten unterdessen von Angriffen in der Umgebung der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie nahe der südwestiranischen Stadt Abadan. Ein Vizegouverneur der Provinz Hormosgan erklärte laut der Nachrichtenagentur Mehr: »Ein Punkt nahe Qeschm wurde vom amerikanischen Feind angegriffen.« Auch die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars meldete Raketeneinschläge in der Umgebung von Abadan unter Berufung auf örtliche Behörden.

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Die erneuten Luftangriffe markieren den ersten offiziell bestätigten direkten US-Einsatz gegen iranisches Staatsgebiet seit fünf Tagen. Davor hatten die Vereinigten Staaten den Iran an 13 aufeinanderfolgenden Tagen bombardiert. Ein Schwerpunkt der Operationen lag dabei auf militärischen Fähigkeiten im Umfeld der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Energiehandel.

Trump hatte die Angriffe bereits Stunden zuvor angedeutet. Vor Journalisten im Weißen Haus sagte er: »Wir werden sie sehr hart treffen.« Auch wurde Trump vulgär: »Wir werden die verdammte Scheiße aus ihnen herausprügeln.« Weiter erklärte der Präsident: »Sie wissen, dass es kommt. Sie bitten uns, es nicht zu tun. Aber sie haben vergangene Nacht auf uns geschossen.«

Europäer wollen Waffenruhe

Unterdessen berichtete das jordanische Militär, erneut iranische Raketen abgefangen zu haben. Gleichzeitig teilte das US-Zentralkommando mit, amerikanische und saudische Streitkräfte hätten in der Nacht zum Mittwoch gemeinsam Stellungen iranischer Stellvertretergruppen im Irak angegriffen. Es wäre der erste bestätigte Kampfeinsatz Saudi-Arabiens gegen iranisch unterstützte Milizen seit Beginn des Krieges.

Während die Kämpfe weitergehen, wächst auch international die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts. Mehrere europäische Verbündete lehnen es Berichten zufolge bislang ab, sich einer von den USA gewünschten Marineoperation zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus anzuschließen. Sie drängen stattdessen zunächst auf eine neue Waffenruhe. im

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