Nahost

Iran greift US-Stützpunkt in Jordanien an – Washington reagiert mit Luftschlägen im Irak

In Teheran werden am 24. Juli Raketen in der Öffentlichkeit präsentiert. Foto: picture alliance / newscom

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich erneut deutlich verschärft. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) feuerte die iranische Revolutionsgarde am Dienstag mehrere ballistische Raketen auf einen amerikanischen Militärstützpunkt in Jordanien ab. Sämtliche Geschosse seien von der Luftabwehr abgefangen worden, Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben.

Es ist der erste Raketenangriff des Iran auf einen US-Stützpunkt, seit Präsident Donald Trump die amerikanischen Angriffe auf iranische Ziele vor wenigen Tagen ausgesetzt hatte, um diplomatischen Bemühungen eine neue Chance zu geben. Der Vorfall erhöht den Druck auf die laufenden Gespräche und könnte die militärische Eskalation erneut anheizen.

Trump hatte noch am Vortag erklärt, die USA führten mit Teheran »sehr intensive Gespräche«. Zugleich machte er deutlich, dass seine Geduld begrenzt sei. Auf die Frage, wie viel Zeit er den Verhandlungen noch geben wolle, antwortete der Präsident: »Nicht viel Zeit. Entweder es geht schnell oder gar nicht.« Sollte die Diplomatie scheitern, werde Washington wieder zu »sehr entschlossenen militärischen Maßnahmen« greifen.

Saudi-arabische Beteiligung

Nach Angaben des CENTCOM erfolgte der iranische Raketenangriff gegen 17.45 Uhr US-Ostküstenzeit (23.15 Uhr MESZ). Die amerikanischen Streitkräfte blieben »wachsam und in höchster Einsatzbereitschaft«, erklärte das Kommando.

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Nur wenige Stunden später reagierten die USA gemeinsam mit Saudi-Arabien militärisch. Kampfjets beider Länder griffen amerikanischen Medienberichten zufolge mehrere Logistik- und Waffenlager proiranischer Milizen im Osten des Irak an. Das US-Militär bezeichnete die Einsätze als Vergeltung für mehr als 30 Drohnenangriffe innerhalb der vergangenen 72 Stunden, die nach Angaben Washingtons auf Anweisung der iranischen Revolutionsgarde erfolgt seien. Das saudische Verteidigungsministerium bestätigte seine Beteiligung an den Luftschlägen.

CENTCOM erklärte zudem, zwischen Februar und April seien mehr als 600 Angriffe auf US-Bürger und amerikanische Einrichtungen im Irak durch vom Iran unterstützte Milizen registriert worden. Die Revolutionsgarde und ihre verbündeten Gruppen müssten diese Attacken einstellen, andernfalls drohten weitere militärische Reaktionen der Vereinigten Staaten.

Drei Öltanker beschossen

Parallel zu den Kämpfen wurden auch neue Zwischenfälle auf wichtigen Schifffahrtsrouten gemeldet. Nach Angaben der mit den Revolutionsgarden verbundenen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden drei Öltanker in der Straße von Hormus beschossen und gestoppt. Die Schiffe hätten angeblich Warnungen ignoriert und eine »unsichere und illegale Route« benutzt. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Darstellung zunächst nicht. Unklar blieb auch, ob die Tanker beschädigt wurden oder Besatzungsmitglieder verletzt wurden.

Zuvor hatten bereits die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen erklärt, mehrere ballistische Raketen auf einen unter saudischer Flagge fahrenden Öltanker im Roten Meer abgefeuert zu haben.

Der iranische Raketenangriff ereignete sich am selben Tag, an dem Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Präsident Trump im Weißen Haus traf. Nach Angaben der US-Regierung standen dabei vor allem der Iran und die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten im Mittelpunkt. Das Weiße Haus bezeichnete das Gespräch als »positiv und konstruktiv«. im

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