Nahost

USA setzen über Iran B-1-Bomber ein

Ein amerikanischer Bomber vom Typ B-1B Lancer Foto: picture alliance / abaca

Die US-Streitkräfte haben nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos CENTCOM ihre inzwischen zwölfte Angriffsnacht in Folge gegen Ziele im Iran abgeschlossen. Im Visier standen demnach unter anderem Einrichtungen der iranischen Marine, Lager für Raketen und Drohnen, Küstenüberwachungssysteme sowie Luftverteidigungsanlagen.

Nach Darstellung des US-Militärs sollen die Angriffe Irans Fähigkeit weiter einschränken, Handelsschiffe und zivile Schifffahrt in der Region anzugreifen. Zudem erklärte CENTCOM, seit der Wiederaufnahme der Blockade iranischer Häfen seien neun Handelsschiffe umgeleitet und ein weiteres außer Gefecht gesetzt worden. In einer Stellungnahme hieß es, die eigenen Streitkräfte hätten »iranische militärische Ziele getroffen, darunter maritime Kapazitäten, Lager für Raketen und Drohnen, Küstenüberwachungsanlagen und Luftverteidigungsgüter.«

Nach Angaben von »Axios« kam bei den jüngsten Angriffen erstmals auch der strategische Bomber B-1 Lancer zum Einsatz - eine deutliche Eskalation der amerikanischen Luftoperationen. Mindestens eine Maschine sei von einem Stützpunkt in Großbritannien aus gestartet und von Flugzeug-Trackern öffentlich verfolgt worden. CENTCOM erwähnte den Bomber in seiner offiziellen Erklärung nicht. Unklar blieb daher, welches Ziel die Maschine ansteuerte und ob sie wegen besonderer Fähigkeiten ausgewählt wurde.

Große konventionelle Waffenlast

Der B-1 kann zwar - anders als der Tarnkappenbomber B-2 - nicht die schwere Bunker-brechende GBU-57-Bombe abwerfen, dafür aber eine der größten konventionellen Waffenlasten der US-Streitkräfte tragen: bis zu 84 präzisionsgelenkte Gleitbomben oder 36 Marschflugkörper, und das bei einer Einsatzdauer von über sechs Stunden über dem Zielgebiet.

Iranische Medien berichteten unterdessen, einer der jüngsten US-Angriffe habe dem Grenzübergang Shalamtsche zwischen Iran und Irak gegolten, rund 50 Kilometer von der irakisch-kuwaitischen Grenze entfernt - einer Region, die angesichts wiederholter iranischer Drohungen gegen Kuwait als besonders sensibel gilt. Dabei seien Raketen auf eine Stellung iranischer Grenzschützer eingeschlagen, zwei Menschen seien getötet worden.

Ein weiteres genanntes Ziel liegt demnach in der Gegend um Andimeshk, etwa 80 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt. In einem von CENTCOM veröffentlichten Video ist zudem ein Angriff auf ein fahrendes Fahrzeug im Iran zu sehen, außerdem offenbar Treffer auf ein Flughafengelände sowie einen Hafenkai und ein Schiff, das nach dem Einschlag sofort in Brand geriet. Das Pentagon erklärte, seit Wiederaufnahme der Operationen seien bereits Dutzende iranische militärische Ziele getroffen worden, machte zu den einzelnen Einsätzen aber kaum Angaben.

Lesen Sie auch

Parallel dazu verschärft sich die Lage in der Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, drei Öltanker gestoppt zu haben. Einer der Tanker sei auf einer verminten Route explodiert und in Brand geraten, woraufhin die beiden anderen Schiffe umkehrten. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.

In einer über staatliche iranische Medien verbreiteten Erklärung hieß es: »Die mächtige Marine der Revolutionsgarden betont, dass die Straße von Hormus unter unserer Kontrolle steht und jedes Schiff, das sich von den USA täuschen lässt und ohne Abstimmung mit der Islamischen Republik Iran passieren will, wird das gleiche Schicksal erleiden.«

Trump skeptisch

US-Präsident Donald Trump verschärfte laut amerikanischen Medienberichten unterdessen erneut seinen Ton gegenüber Teheran. Bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Georgia erklärte er, die Vereinigten Staaten benötigten die Straße von Hormus wegen ihrer eigenen Ölproduktion nicht. Wörtlich sagte Trump: »Wir brauchen keine Meerengen. Wir brauchen gar nichts. Wir brauchen die Straße von Hormus nicht, aber wir tun das, weil wir es tun müssen, denn wir dürfen nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe bekommt.«

Mit Blick auf mögliche Verhandlungen zeigte sich der Präsident zugleich skeptisch: »Sie wollen ein Abkommen schließen. Aber ich sage, sie sind noch nicht bereit für ein Abkommen. Denn jedes Mal, wenn sie ein Abkommen schließen, wollen sie es wieder ändern. Sie sind nicht bereit. Aber sie werden sehr bald bereit sein.«

Bereits zuvor hatte Trump dem Iran mit weiterer militärischer Eskalation gedroht. Für jeden neuen iranischen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus werde die USA eine Brücke oder ein Kraftwerk bombardieren und zerstören, kündigte er an. Gleichzeitig betonte das Pentagon, die strategisch wichtige Wasserstraße sei weiterhin passierbar. Dennoch hat der Schiffsverkehr dort nach den jüngsten Angriffen erneut abgenommen, während die Ölpreise weiter unter Druck stehen. im

Frankfurt am Main

Josef Schuster: Jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt in Gefahr

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland blickt nach dem Sieg der AfD bei den Landtagswahlen sorgenvoll auf das Bundesland

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Platzwunde und Hämatome im Gesicht: Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026