Washington D.C.

US-Regierung erwägt Beschlagnahmung iranischer Öltanker

Ein Öl-Tanker im Persischen Golf, in der Nähe des iranischen Hafens von Busher Foto: picture alliance / NurPhoto

Die US-Regierung prüft, iranische Öltanker auf hoher See zu beschlagnahmen, um den Druck auf das Regime in Teheran zu erhöhen. Das Vorhaben gilt als Teil einer verschärften Sanktionsstrategie, mit der Washington Irans wichtigste Einnahmequelle ins Visier nimmt. Allerdings warnen US-Regierungsvertreter vor erheblichen Risiken und praktischen Hürden. Das »Wall Street Journal« (WSJ) berichtete.

Nach Angaben aus US-Kreisen könnte eine solche Maßnahme zu einer direkten Konfrontation mit dem Iran führen. In Washington wird laut Bericht befürchtet, dass Teheran im Gegenzug Tanker verbündeter Staaten festsetzen oder den für den globalen Ölhandel zentralen Seeweg durch die Straße von Hormus bedrohen könnte. Eine amerikanische Quelle sprach demnach von einer »nahezu sicheren Vergeltung«, sollte es zu Beschlagnahmungen kommen. Zudem wird mit Turbulenzen auf den internationalen Energiemärkten gerechnet.

Der WSJ-Bericht weist darauf hin, dass eine Blockade der Straße von Hormus oder andere aggressive Schritte Irans voraussichtlich eine militärische Reaktion der USA nach sich ziehen würden. Der Kuwaiter Politikwissenschaftler Bader Al-Saif sagte dazu: »Eine Blockade der Straße liegt in niemandes Interesse, auch nicht im Interesse Irans. Aber wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, werden sie es tun. Und sie haben die logistischen Möglichkeiten dafür.«

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In den vergangenen Monaten haben die USA mehrere Schiffe der sogenannten iranischen Schattenflotte ins Visier genommen, die mutmaßlich trotz Sanktionen Öl transportierten. Mehr als 20 Tanker wurden in diesem Jahr vom US-Finanzministerium sanktioniert und gelten als potenzielle Ziele für Beschlagnahmungen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass eine solche Operation erhebliche Ressourcen binden würde, da die US-Marine die Schiffe sichern und zu Häfen bringen müsste, die bereit sind, das beschlagnahmte Öl aufzunehmen.

Ein Vertreter des Weißen Hauses betonte, Präsident Donald Trump setze weiterhin auf Diplomatie, habe jedoch »mehrere Optionen zur Verfügung, falls die Gespräche scheitern«. Der Stratege Erik Meyersson von der schwedischen Bank SEB sagte dem WSJ zufolge: »Man könnte einfach im Arabischen Meer patrouillieren und mit einem Tanker beginnen und dann sehen, was passiert.« im

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